Pressemeldung Röhrig Universitätsverlag vom 2. November 2020

Rosemarie Kappler: Wilder Bliesgau

Der kleine Steinkauz und der imposante Weißstorch sind Charaktervögel des Bliesgaus. Im jetzt erschienenen Bildband „Wilder Bliesgau“ hat Rosemarie Kappler noch viel mehr Tiere portraitiert, die man sicher nicht alle in der unverwechselbaren Landschaft des Biosphärenreservates vermuten würde.

Buch WilderBliesgau

Durchzügler, Wintergäste, seltene Vögel und gefährdete Schmetterlinge, tierische Neubürger und häufige „Allerweltsarten“ – sie alle fühlen sich wohl in den Auen der Blies, auf den Trockenrasen der sanften Hügel, in den Streuobstwiesen und in den künftigen Urwäldern der Kernzonen. Die großformatigen Fotos machen neugierig und Lust auf den nächsten eigenen Ausflug in den Bliesgau. Die Chancen auf eine Begegnung mit Eisvogel, Schlingnatter oder Gottesanbeterin stehen dabei gar nicht einmal so schlecht.

Schlagwörter wie sanfter Tourismus und nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen sind eng mit dem Bliesgau verknüpft, seit er von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt ist. Aber „wilder Bliesgau“? Wild bedeutet freilebend, nicht gezähmt, frei in der Natur vorkommend, urwüchsig, ungebändigt, naturbelassen. Genau diese Seite des Bliesgaus hat die Fotografin und Autorin im vorliegenden Buch in den Fokus gerückt. Auf 95 Seiten bietet sie Einblicke in eine Landschaft mit einer immer noch imposanten Artenvielfalt zwischen Saar und Bickenalb, zwischen Homburger Becken und dem Saar-Blies-Gau bei Kleinblittersdorf. Die Region des Bliesgaus mit Ihren unterschiedlichen Naturräumen ist in weiten Teilen deckungsgleich mit der Verwaltungseinheit Saarpfalz-Kreis und eben jenem Biosphärenreservat der UNESCO. Doch viele Grenzen sind von Menschen gezogene Begrenzungen. Die Tier- und Pflanzenwelt lässt sich davon nicht abhalten, erobert sich ständig über Grenzen hinweg ihren Lebensraum. Darauf geht das Buch „Wilder Bliesgau“ in neun Kapiteln ein.

 Fotobücher setzen oft auf exotische Themen, ihre Bilder sind häufig Ergebnis digitaler Gestaltungsmöglichkeiten. „Exotien“ belässt Rosemarie Kappler jedoch in der Ferne und fern liegt ihr auch das Ausreizen des technisch Machbaren. Ihr genügen die Naturräume vor der eigenen Haustür. Eine Kamera, ein Makro- und ein Teleobjektiv sind ihre Begleiter. Der Reiz des Entdeckens liegt für die Autorin in der Beschränkung und in der Reduktion auf das Wesentliche. Der Fotoband „Wilder Bliesgau“ unterstreicht diese Haltung. Und dennoch ist das strenge Fokussieren alles andere als langweilig; die Spannung erwächst aus der Bereitschaft, sich überraschen zu lassen vom Natürlichen und Normalen, von Begegnungen mit Kiebitz und Milan, Nutria und Scheckenfalter, Fuchs und Hase, die sich selbstverständlich auch im Bliesgau Gute Nacht sagen. Daneben will die Verfasserin mit ihren Fotos auch auf die Zerbrechlichkeit der Naturräume aufmerksam machen, seit der expansive Mensch im Namen der Kultivierung das Gestaltungsrecht an sich gerissen hat. Und sie will auch die Arbeit unzähliger Menschen würdigen, ohne die der Naturraum Bliesgau und die Kulturlandschaft des Bliesgaus möglicherweise auf eben jene „wilde“ Natur verzichten müsste. „Das genau ist auch die Sichtweise des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau, der Stiftung für Kultur und Umwelt der Kreissparkasse Saarpfalz und der Verwaltung des Saarpfalz-Kreises. Deshalb haben wir das Erscheinen des Werkes gerne unterstützt“, so Dr. Theophil Gallo, Landrat und Verbandsvorsteher des Biosphärenzweckverbandes. Der St. Ingberter Verleger Andreas Schorr ist sich sicher, dass das Buch auch außerhalb des Saarlandes Lust auf den „wilden Bliesgau“ macht und in Bildungseinrichtungen für ein geerdetes Naturbewusstsein sorgen kann.

Der Bildband ist zum Preis von 18 Euro im Buchhandel erhältlich.

Rosemarie Kappler: Wilder Bliesgau

Hardcover, 95 Seiten, 270 mm x 210 mm (Querformat)

Knischetzky im Röhrig Verlag

ISBN 978-3-96227-015-5

Bildnachweis: Röhrig Verlag/R. Kappler

Andreas Schorr

Geschäftsführer

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