Gefährdete Kernzonen – die Urwälder von morgen
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In der Zeit vor Christus war das Gebiet an Blies und Saar größtenteils von Rotbuchenwäldern bedeckt. Mit Kelten und Römern begann die zunehmende Rodungs- und Ackerbautätigkeit durch den Menschen. Bis Ende des 14. Jhdt. hatte sich in mehreren Rodungsperioden der Wandel des einstigen Urwaldes zur Kulturlandschaft vollzogen. Heute gibt es in Deutschland nur noch knapp 2 % ungenutzte Waldflächen (BfN 2013).

Kernzone Kirkel

Diese ungenutzten Waldflächen sind aber wichtige Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten, insbesondere für Bewohner von Totholz (Biotopholz). So geht man z. B. heute davon aus, dass eine Rotbuche im Laufe ihres Lebens rund 800 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten Heimat bietet. Davon sind 400 Arten auf alte, absterbende Buchen angewiesen. Ein Lebensraum, der bei einer forstwirtschaftlichen Nutzung in der Regel nicht zur Verfügung steht.
Die UNESCO sieht deshalb in ihren Anforderungen an die Biosphärenreservate die Einrichtung von Kernzonen vor. Kernzonen sind Bestandteile einer modernen Kulturlandschaft, in der sich die Natur vom Menschen unbeeinflusst entwickeln kann. „Natur Natur sein lassen“ ist  das Motto, nach dem auch im Biosphärenreservat Bliesgau auf 3 Prozent der Fläche, also nur etwas mehr als 1.000 Hektar (Gesamtfläche BR Bliesgau ca. 36.000 ha), unsere Urwälder von morgen entstehen sollen.
Um diese langfristige Entwicklung möglichst ungestört zu gestalten, wurden die Kernzonen auch als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Um die gefährdeten Arten in den Kernzonen zu schützen, gibt es aber auch Regeln, die hier, ähnlich wie in anderen Naturschutzgebieten auch, eingehalten werden müssen.
•    Das Betreten oder auch Befahren der Kernzonen außerhalb der Wege, z.B. auch mit dem Mountain-Bike, ist nicht gestattet, denn damit werden höchst seltene Arten gefährdet und ihr Lebensraum weiter zerstört.
•    Es darf kein Brennholz entnommen werden, denn Totholz spielt eine wichtige Rolle im Kreislauf der Wälder und ist für viele Lebewesen lebenswichtig wie für uns Haus und Wohnung.
•    Es ist verboten Tiere und Pflanzen zu entnehmen, zu schädigen oder zu stören (dies gilt also auch für das Sammeln von Pilzen, Beeren oder Bärlauch), aber auch einzubringen, denn auch das ist ein Eingriff in die natürliche Entwicklung des Gebiets und gefährdet das natürliche Gleichgewicht.
•    Im Naturschutzgebiet sind Hunde an der Leine zu führen, da wildlebende Tiere von freilaufenden Hunden, egal wie alt oder erzogen, gestört werden.
Bitte beachten Sie diese Regeln, um in den Kernzonen die natürliche Entwicklung zu unterstützen und die Natur hier wirklich Natur sein zu lassen. Da sich in einigen Kernzonen in den letzten Wochen die Meldungen über Verstöße gehäuft haben, wird die Naturwacht des Saarlandes dort verstärkt Kontrollen durchführen und auch Sanktionen verhängen. Dies betrifft vor allem die Kernzonen im Kirkeler Wald und das Pfänderbachtal bei Homburg-Einöd.
Nähere Informationen zu den Kernzonen finden Sie auch im Flyer: http://www.biosphaere-bliesgau.eu/images/mediathek/BRB_kernzone_montage.pdf

Wenn Sie Rückfragen zum Thema Kernzonen im Biosphärenreservat haben steht Ihnen Frau Naumann vom Biosphärenzweckverband unter 06842-96009-16 oder Cette adresse e-mail est protégée contre les robots spammeurs. Vous devez activer le JavaScript pour la visualiser. zur Verfügung.

BRB kernzone netz
Die Kernzonen im Biosphärenreservat Bliesgau

 

Pressemeldung vom 27. Februar 2014

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