Das Taubenschwänzchen – der Kolibri unter den Schwärmern

02. August 2013

Viele, die sich durch amtliche oder ehrenamtliche Tätigkeiten eine solide Grundkenntnis der heimischen Flora oder Fauna erarbeitet haben, kennen die Situation: Verwandte und Bekannte schildern Begegnungen mit heimischem Getier und erhoffen sich dann Informationen, was es denn gewesen sein könnte, das sie beobachtet haben.

Eine der leichter zuzuordnenden Beschreibungen ist sicher die eines Kolibris im Garten oder an den Balkonblumen, die sich zurzeit wieder häufen.
Und wirklich, das Taubenschwänzchen fliegt ähnlich wie man das von den Kolibris aus Film und Fernsehen kennt auf Blütenpflanzen zu und versenkt in seinem Fall aber nicht den langen Schnabel, sondern einen Saugrüssel in die Blüten auch gerne von Petunien oder Geranien, um an den Nektar zu kommen. Das Taubenschwänzchen ist jedoch kein Vogel, sondern gehört zu den Schwärmern, ist also ein Nachtfalter, der allerdings anders als viele seiner Verwandten vor allem tagsüber aktiv ist. Aber auch in der Dämmerung oder sogar nachts kann man ihn, dann meist an Lichtquellen, beobachten.
Taubenschwänzchen haben graubraune Flügeloberseiten, wenn sie also nicht gerade wie ein Kolibri umherschwirren, sind sie oft nur schwer auszumachen. Zumal sie sich ihre Schlafplätze oft an senkrechten Erd- oder Steinwänden suchen, die von der Sonne gut aufgewärmt werden. Die Unterseiten der Flügel sind orange, der Körper dick und behaart.
Das Taubenschwänzchen gehört wie z.B. Admiral und Distelfalter zu den Wanderfaltern, d.h. es kann sehr große Strecken zurücklegen. Falter, die bei uns im Juni und Juli unterwegs sind, haben also oft schon einen langen Weg, teilweise tausend Kilometer oder mehr hinter sich. Sie pflanzen sich auch bei uns fort, die Raupen fressen an verschiedenen Labkrautarten.
In älteren Büchern ist noch zu lesen, dass das Taubenschwänzchen in Deutschland nicht überwintern kann, neuere Erkenntnisse haben jedoch gezeigt, dass die Falter durchaus an geschützten Stellen überwintern und an sehr warmen Wintertagen sogar aktiv werden können.
Jedoch gibt es aus dem Winter und Frühjahr meist nur wenige Beobachtungen, so dass vor allem diese interessant sein können.
Am besten lässt sich das Taubenschwänzchen jedoch im Zeitraum Juni bis August und dann auch oft im Siedlungsbereich an Fuchsien, Sommerflieder, Phlox oder Geranien bei der Nektarsuche in seinem typischen Schwirrflug beobachten. Dabei kann die Schlagfrequenz der Flügel übrigens 70 – 90 Schläge in der Sekunde betragen.
Um mehr über die Häufigkeit des Taubenschwänzchens im Biosphärenreservat Bliesgau herauszufinden, möchten wir Sie bitten, uns Sichtungen der Art online zu melden unter: http://issgeo.org/ingrid-portal/portal/artenfinder.psml.
Hier einfach das „Taubenschwänzchen“ in der Artenliste auswählen, das Meldeformular ausfüllen und fertig!
Natürlich können Sie auch die anderen Arten melden, wenn Sie sie bei Ihren Spaziergängen oder auch im Garten beobachtet haben.
Tauben kl
Das Taubenschwänzchen saugt den Nektar mit seinem langen Rüssel im Flug und erinnert dabei an einen Kolibri.

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