Gülle, Schweiß und Energie: Bau einer Mini-Biogas-Anlage beim Projekt „Junge Biosphäre“

„Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach: Da kann alles rein, was eine Kuh auch fressen würde!“ So stellt Katrin Pütz uns die Wirkungsweise der Mikro-Biogasanlage vor. Das was viele als große Tanks in der Landschaft kennen, funktioniert nämlich auch im Kleinen. Es sind quasi nur zwei gasdichte Gewebesäcke, die über ein Rohr- und Schlauchsystem angeschlossen werden. Frau Pütz hat dieses simple Prinzip mit ihrem „Social Business“ (B)energy entwickelt und schafft damit ein weltweites Netz aus Installateuren, Gasproduzenten und Endverbrauchern. Ihr geht es nicht darum, Profit zu machen, sondern das Biogas den Menschen näher zu bringen und letztlich auch Wirtschaftssysteme vor Ort zu schaffen und zu unterstützen. Das Beste daran ist, dass augenscheinlicher Abfall genutzt wird, um das Gas zu produzieren und im Anschluss sogar noch als Dünger fungiert.

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Bildautorin: Luisa Morlo

„Wir setzen den Abfall ein, um einen nachhaltigen Kreislauf zu erzeugen“ so Pütz. Auch wenn die Vorstellung des Systems und der Idee Biogas freitags nur digital stattfand, wurde dennoch jede Menge Hand angelegt. Schon bei einem Vorbereitungstermin im Mai waren circa 15 Leute dabei, und am 25. Juni haben nochmal 13 Engagierte angepackt. Möglich ist das Projekt durch das Engagement und die Idee von Michelle Herrmann und Tobias Binkle. Die beiden Studierenden kamen im Rahmen eines Junge-Biosphäre-Workshops im vergangenen Jahr auf die Projektleiterin Carmen John zu und entwickelten dann gemeinsam das Konzept für das Biogas-Projekt. Durch die Kooperation der Jungen Biosphäre mit der aej saar (Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend) wurde der geeignete Ort für den Aufbau der Anlage gefunden: im Jugendgarten der aej. Außerdem gab es bei der Umsetzung des Biogas-Projektes Unterstützung von Studierenden der HTW Saar, die im Rahmen eines Semesterprojekts mit der Jungen Biosphäre und dem Biosphärenzweckverband Bliesgau arbeiten.
Finanziert wurde das Ganze dank einer Förderung der Jungen Biosphäre durch Saartoto und Eigenmitteln der aej. Und so funktioniert es: Als Starter braucht die neu errichtete Anlage Gülle, welche der Biolandhof Wack gestiftet hat. „Der Transport der 2000 l flüssigem Kuhdung war spannend und hat uns zu kreativen Höchstleistungen angetrieben“, fasst Lennart Berwanger von der aej saar zusammen. „Der Zuweg zu unserem Garten in St. Arnual ist sehr schmal und daher mussten wir auf Maischefässer und Schubkarren zurückgreifen.“
Gemeinsam wurde so ein ganzer Samstag gearbeitet und geschwitzt. „Es ist wichtig, zügig Alternativen zu fossilen Energieträgern bereitzustellen und zu nutzen“, erläutert Initiatorin Michelle Herrmann. „Biogas und -methan scheint auf den ersten Blick ein perfekter Ersatz für unser Erdgas zu sein - allerdings ist die Thematik nahezu vollständig aus dem öffentlichen Diskurs verschwunden und war in der Vergangenheit häufig negativ konnotiert.“
Wer mehr über Biogas und die Wirkungsweise der Anlage kennenlernen will, kann sie sich vor Ort erklären lassen und ins Gespräch kommen. „Wir arbeiten außerdem gerade daran Infotafeln und Materialien zu erstellen, die vor Ort installiert werden sollen“, erklärt Carmen John, die das Projekt Junge Biosphäre koordiniert. So sollen auch in Zukunft Jugendgruppen, Schulklassen oder Interessierte über die Themen Erneuerbare Energie und Biogas informiert werden können. Wieviel Gas letztendlich in der Anlage gesammelt wird, testet die Projektgruppe im Sommer bei einer gemeinsamen Kochaktion im Garten.

Veranstaltungen der Jungen Biosphäre im Frühjahr

Wir hoffen, dass nach dem langen Corona-Winter das Frühjahr wieder entspannter wird...deshalb haben wir eine Reihe an Seminaren für euch geplant und freuen uns über eure Beteiligung! 😊Wir achten natürlich immer auf die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen, damit wir euch eine schöne, lehrreiche und stressfreie Zeit garantieren können. 

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Spannende Aktionen mit der Jungen Biosphäre (Bildautor rechts: Nicolas Lesch)

Hier wären unsere Termine:

1. Argumentationstraining gegen Klimawandelskepsis (in Koop. mit dem Biosphärenverein Bliesgau)
8. April (ab ca. 16:30 Uhr) -10.April 2022 (bis ca. 14:30 Uhr) im Spohns Haus in Gersheim
Ihr setzt euch mit Geschichte, Motiven und Arten der Leugnung des Klimawandels und Abwertung von nachhaltigem Handeln auseinander und lernt, Euren Forderungen für konsequente Klimaschutzmaßnahmen mehr Gehör zu verschaffen. Das Seminar ist inkl. Verpflegung und Übernachtung im Spohns Haus für euch kostenlos (Förderung durch Umweltministerium des Saarlandes sowie der Partnerschaft für Demokratie des Saarpfalzkreises im Bundesprojekt Demokratie leben)
Anmeldung: Cette adresse e-mail est protégée contre les robots spammeurs. Vous devez activer le JavaScript pour la visualiser.

2. Mensch.Natur.Gesellschaft (FÖF e.V. in Koop. mit Adolf-Bender-Zentrum und Junge Biosphäre)
19. bis 22. April 2022 im Spohns Haus in Gersheim
Wir werden in den vier Seminartagen unterschiedliche Themen der politischen Bildung behandeln, aber den Themenfokus auf Naturschutz gegen Rechtsextremismus legen. Fester Bestandteil wird u.a. ein Workshop zu rechtspopulistischen Argumentationsmustern im Naturschutz, ein Expertengespräch zur „Neuen Rechten“ im Saarland sowie "Völkischen Siedlungsbewegungen", ein Aussteigergespräch mit einem ehemaligen NPD-Mitglied, ein Workshop zu Alltagsrassismus sowie rechtspopulistischer Erinnerungskultur und rechtsextremistischen Strategien sowie Social Media in Deutschland sein. Hierfür haben wir bundesweite Referierende und Expert*innen gewonnen.Ein weiterer Höhepunkt wird eine Exkursion in die Gedenkstätte "Neue Bremm" mit anschließendem Zeitzeugengespräch sein.Das Bildungsprojekt ist im Bundesprogramm Demokratie leben gefördert: Für dich bleibt die Seminarteilnahme inklusive der Unterkunft, Verpflegung und Fahrtkosten daher kostenlos 
Anmeldung: bis 01.04.2022 unter https://mensch-natur-gesellschaft.de/anmeldung/

3. Wildnispädagogik im Rahmender Grünen Juleica (in Koop. mit der Naturschutzjugend-Saar)
13.-15. Mai 2022 im Wildnis-Camp Scheune Neuhaus
Vermittelt werden u.a. Fertigkeiten, die für das Leben in und mit der Natur wichtig sind (wie Feuer machen, Spuren lesen usw.). Auch wirst du zur Reflexion zum Verhältnis von Mensch und Natur und somit zu einem nachhaltigen Lebensstil angeregt.Das Seminar ist inkl. Verpflegung und Übernachtung für euch kostenlos (Förderung durch Umweltministerium des Saarlandes sowie der Partnerschaft für Demokratie des Saarpfalzkreises im Bundesprojekt Demokratie leben)
Anmeldung: https://naju-saar.de/seminare/aubildung-gruene-juleica/anmeldung

World Cleanup Day in Kleinblittersdorf

Bei bestem Wetter startete die Müllsammelaktion zum World Cleanup Day in Kleinblittersdorf, wie in allen Ortsteilen, um 10:00 Uhr. Als Treff- und Sammelpunkt wurde der P+R-Parkplatz an der Freundschaftsbrücke gewählt. Hier trafen sich gut 40 Teilnehmer, darunter auch die Jugendwehr der Freiwilligen Feuerwehr Kleinblittersdorf, der Integrationsbeauftragte Herr Mrazzen mit mehreren Familien, vier Vertreterinnen des Biosphärenreservat Bliesgau sowie Familien und Anwohner aus Kleinblittersdorf, aber auch Gäste von außerhalb.
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Bevor sich die Teilnehmer im Ort verteilten, statteten sich alle mit Müllgreifern, Müllsäcken und Handschuhen aus, die von der Gemeinde, aber auch dem Biosphärenzweckverband mit Hilfe einer Förderung durch den „Ehrensache Natur“-Förderpreis von Nationale Naturlandschaften e. V. zur Verfügung gestellt wurden. Zusätzlich erhielten alle Interessierten Taschen-Cleanups von Cleanup Saarland. Die Raucher unter den Teilnehmern wurden mit Taschenaschenbecher von TobaCycle ausgestattet.

In den knapp zwei Stunden wurde am Freibad, Richtung Robert Jeanrond-Bürgerpark, am Bahnhof sowie Richtung Bübingen gesammelt. Von allen Helfern wurden ca. 65 Kilogramm Müll – hauptsächlich Verpackungsmaterial aus Plastik - zusammengetragen. Ein Augenmerk wurde auch auf den „neuen Müll“, die Einwegmasken gelegt. Hiervon wurden in Kleinblittersdorf 93 Stück gefunden.
Viel auffälliger war jedoch die Menge des „unsichtbaren“ Mülls, der schon seit Jahren auf den Straßen zu finden ist. In den gut zwei Stunden wurden ca. 6.500 Zigarettenstummel von den Straßen, aus den Rinnsteinen und zwischen Kopfsteinpflaster separat gesammelt. Diese werden nun über Arno Meyer (aus dem Cleanup Saarland-Netzwerk) an Tobacycle weitergegeben.

Abschließend wurde die Aktion mit Brezeln und Getränken vor dem Rathaus beendet.
Nach dem etwas verhaltenem Start im letzten Jahr, war die Resonanz der diesjährigen Aktion wirklich Klasse.Vielen Dank auch an die Gemeinde Kleinblittersdorf, die freiwilligen Helfer und Sebastian Haßler von der Cleanup-Gruppe „Pro Biosphäre – Aufräumen im Bliesgau“, der die Organisation und Planung vor Ort übernommen hat.

Das Projekt wurde von Nationale Naturlandschaften e. V. mit dem „Ehrensache Natur“-Förderpreis 2021 ausgezeichnet. Als Aktivität im bundesweiten Freiwilligenprogramm „Ehrensache Natur“ dient es insbesondere der Förderung des freiwilligen Engagements und der biologischen Vielfalt. Die Auszeichnung ist mit einer finanziellen Förderung durch The North Face, die EuropeanOutdoor Conservation Association und Nationale Naturlandschaften e. V. für die Projektumsetzung verbunden.

Arbeitseinsatz in der Kernzone Lindenfels

Von Lea Deckarm, Teilnehmerin im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ)

Das Freiwillige Ökologische Jahr beim Biosphärenzweckverband ermöglicht uns nicht nur einen Einblick in die bürobezogene Arbeit, sondern auch im praktischen Natur- und Umweltschutz aktiv zu werden. Daher ging es für uns (die beiden FÖJ’lerinnen des Biosphärenzweckverbandes) vom 25. bis 28. Februar raus in den Wald.

LindenfelsBild der Sammelaktion am 29.02.20 (von Barbara Froehlich-Schmitt) und von einem Wildverbissschutz im Wald

In unserer Geschäftsstelle ging der Hinweis ein, dass in der Kernzone Lindenfels in Blieskastel alte Wildverbiss-Manschetten ihre Schuldigkeit getan haben und nun dem Wald und seinen Bewohnern eigentlich nur noch schaden. Gemeinsam mit Anita Naumann (Fachbereich 2: Naturschutz, Forschung, Monitoring) sammelten wir an den vier Tagen eine Menge von etwa 20 großen Müllsäcken. Das Wetter machte uns nicht selten einen Strich durch die Rechnung, doch wir nutzten jede trockene Phase für die Arbeit in der Kernzone.
Einige Wildverbiss-Hüllen lagen auf dem Waldboden verstreut während andere von den Bäumen abgewickelt werden mussten. Nicht selten waren die Manschetten bereits eingewachsen, was natürlich auch dem Baum schadete. Besonders erschreckend für uns war die Menge illegaler Müllablagerungen: Von Plastikplanen über Flaschen und Blumentöpfen bis hin zu einem Spülkasten einer Toilette (!!!) war wirklich alles dabei. Wenn man am frühen Morgen inmitten einer Kernzone steht und die besondere und ruhige Atmosphäre wahrnimmt, dann machen solche schandhaften Taten sehr wütend!
Am 29. Februar starteten wir um neun Uhr morgens mit fünf weiteren Helfern eine Freiwilligen-Aktion. Die Helfer waren bis zum frühen Nachmittag unermüdlich im Einsatz. Selbst als ein befahrbarer Weg im Wald für das Einsammeln der schweren Müllsäcke gesucht und teilweise Äste aus dem Weg geräumt werden mussten, blieb die gute Stimmung erhalten. Denn das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Insgesamt wurden an diesem Tag zusätzlich etwa 20 Säcke mit Verbiss-Schutz abgefahren, darunter auch große Verbissschutz-Röhren.
Im Anschluss wurde sich, in gemütlicher Runde und bei guten Gesprächen, in der Geschäftsstelle des Biosphärenzweckverbandes gestärkt. Die Arbeit in der Kernzone Lindenfels war für uns eine willkommene Abwechslung und ein voller Erfolg. Leider war es durch die beginnende Brut- und Setzzeit nicht möglich, sämtliche Wildverbiss-Manschetten in der Kernzone einzusammeln. Daher ist ein weiterer Arbeitseinsatz im Herbst 2020 angedacht.

Periodische Evaluierung des Biosphärenreservates 

Alle zehn Jahre überprüft die UNESCO, ob die von ihr anerkannten Biosphärenreservate ihre Anerkennung auch behalten dürfen. In den Jahren 2018-2021 hat das Biosphärenreservat Bliesgau seinen ersten Evaluierungsprozess durchlaufen. 

Basis dieser Überprüfung war ein durch den Biosphärenzweckverband erstellter Evaluierungsbericht, der mit MAB-Nationalkomitee abgestimmt werden musste. Dieses ist für die deutschen UNESCO-Biosphärenreservate und ihre Evaluierung zuständig. Im Oktober 2018 besuchte das Evaluierungsteam des MAB-Nationalkomitees  persönlich die Biosphäre Bliesgau um sich ein Bild zu den Fortschritten vor Ort zu machen und um Gespräche mit den Akteuren der Region, aber auch mit den für die Biosphäre zuständigen Institutionen, zu führen.

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Die Endfassung des Evaluierungsberichtes wurde am 15. März 2019 durch das saarländische Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz an das deutsche MAB-Nationalkomitee übergeben. Im September hat dieses den Bericht zusammen mit seiner Stellungnahme an die UNESCO in Paris weitergeleitet. Die UNESCO wiederum hat den Evaluierungsbericht zunächst im sogenannten Advisory Comittee und danach im Internationalen Koordinierungsrat beraten.

In seiner 33. Sitzung vom 13.-17.9.21 in Abuja (Nigeria) hat der Internationale Koordinierungsrat schließlich die Anerkennung des Biosphärenreservates Bliesgau um weitere 10 Jahre verlängert. Die UNESCO lobte in ihrem Beschluss die Arbeit des Biosphärenreservates Bliesgau als Modell für eine nachhaltige Entwicklung, das aufzeigt, wie die Erhaltung der Artenvielfalt mit einer Kulturlandschaft in Einklang gebracht und gleichzeitig eine positive wirtschaftliche und soziale Entwicklung herbeigeführt werden kann. Sie stellte fest, dass die Zusammenarbeit zwischen den sieben Kommunen, dem Saarpfalz-Kreis und dem Land Saarland von einem partnerschaftlichen Miteinander geprägt ist und sich der Zusammenschluss in einem Zweckverband als eine innovative Führungsstruktur erfolgreich etabliert hat.

Die UNESCO als die UN Organisation für Erziehung und Wissenschaft begrüßte auch das Konzept für die Bildung für nachhaltige Entwicklung, das eine Reihe von Bildungsanbietern in der Region einbezieht und als Vorbild für das ganze Land dient. Sie lobte die Erprobung nachhaltiger Entwicklungsstrategien und die Projekte in den Bereichen Tourismus, Naturschutz, Regionalvermarktung und insbesondere Klimaschutz. Ferner bewertete die UNESCO auch Fortschritte bei der Zonierung positiv, da die Kern- und die Pflegezonen im Biosphärenreservat an Größe zugenommen haben. Sie stellte eine zunehmende Wahrnehmung des Biosphärenreservats Bliesgau in der Öffentlichkeit fest, was durch gezielte Kommunikationsprojekte unterstützt wurde. Auch das immer noch wachsende Partnernetzwerk sowie die Einbeziehung bestehender Institutionen und Interessengruppen in der Region fanden Anerkennung.

Zum Herunterladen:
- Evaluierungsbericht Teil A
- Evaluierungsbericht Teil B
- Stellungnahme des MAB-Nationalkomitees an die UNESCO
- Fragebogen der UNESCO

Bericht zur Apfelernte vom 26.10.2019

Von Marie Marsollek, Teilnehmerin im freiwilligen ökologischen Jahr (FÖJ)

Durch unser FÖJ beim Biosphärenzweckverband Bliesgau haben meine FÖJ-Kollegin Lea und ich die Möglichkeit viele verschiedene Einblicke zu gewinnen. So nahmen wir beispielsweise an einer ehrenamtlichen Apfelernte mit den FIPs (= Freiwillige in Parks) am 26.10.2019 teil. 
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Die Bilder der Apfelernte von einer Drohne zeigen die Arbeiten aus einer ganz neuen Perspektive (Bildautor: Chris Fissgus)

Um halb neun ging es an der Geschäftsstelle los. Wir fuhren mit Tisch, Bänken, Verpflegung und Handschuhen zu dritt los, nachdem am Vortag das Auto beladen wurde. Anita Naumann am Steuer, Lea und ich auf der Rückbank, wo wir die mit Spanngurten gesicherten Bänke zusätzlich festhielten und wir alle hatten festes Schuhwerk und warme Kleidung an.
Dies war auch sinnvoll, denn es blieb am Morgen kalt und nass. Die Wiese war feucht vom Morgentau und dennoch standen acht Freiwillige munter am Treffpunkt in Bliesransbach auf der Streuobstwiese nahe dem Sportplatz. 
Walter Rundstadler und ein weiterer Helfer brachten zwei Anhänger bepackt mit leeren Obstkisten mit. Es gab große Kisten, die im Anhänger befüllt wurden und kleine Kisten, die wir zum Aufsammeln der Äpfel nutzten. 
Wir liefen von Baum zu Baum und sammelten alle Äpfel ein, aus denen man einen guten Saft pressen kann. Die faulen, dreckigen oder angebissenen Äpfel warfen wir nach hinten und arbeiteten uns - jeder mit einer Obstkiste bewaffnet – bis zum Stamm vor. Während dessen wurden einige Fotos gemacht und sogar Luftaufnahmen mit einer Drohne gefertigt.
Anschließend wurden zwei riesige Planen unter dem Baum lückenlos zusammengelegt. Und während wir Frauen kurz verschnaufen konnten oder gerade unsere vollen Obstkisten in die größeren Kisten in den Anhänger leerten, schüttelten die Männer die Äpfel von den Bäumen. Mit einem dumpfen Klopfen purzelten die Äpfel nach und nach ähnlich wie schwere Regentropfen auf die Plane. Ein paar Äste blieben ungeschüttelt, weil viele Vogelarten im Herbst die Äpfel als Nahrung benötigen.  
Kein Apfel war wie der andere: einige hätten aus dem Supermarkt sein können, viele waren schon faul oder hatten „Sonnenbrand“ und mussten auf der Wiese bleiben,  andere waren unglaublich klein (der kleinste Apfel war so groß wie mein Daumen!) und dann gab es auch noch den spektakulären Fund eines siamesischen Apfels von Lea.
Genauso unterschiedlich wie die Äpfel waren auch die Teilnehmer. Dennoch haben wir uns alle sehr gut verstanden und konnten interessante Unterhaltungen führen.
Zum Abschluss wurde noch gepicknickt. Wir luden den Tisch und die Bänke aus dem Auto aus und begannen damit Brot, Käse, Lyoner, Rohesser und Kuchen aufzutischen. Dazu gab es Bliesgau-Apfelsaft und Sprudel. Das regionale Picknick wurde von Anita Naumann organisiert und rundete die Obsternte sehr gut ab. Bevor sich jeder Freiwillige wieder auf den Heimweg begab, bekam jeder ein neu erschienenes Postkartenset vom Biosphärenzweckverband und einen frisch gepressten Bliesgau-Saft von Walter Rundstadler, als Dankeschön für die Hilfe, geschenkt.
Meine Kollegin und ich sind sehr dankbar, dass wir bei der Apfelernte dabei sein durften. Wir haben neue Einblicke in das breite Spektrum der Arbeit des Biosphärenzweckverbandes und dessen Partner bekommen und selbst anpacken können, was eine willkommene Abwechslung zum Alltag im Büro darstellt.

Freiwilligen-Aktion im Orchideengebiet mit den Azubis von "Across Barriers"

 von Lea Deckarm, Teilnehmerin im freiwilligen ökologischen Jahr (FÖJ) 

Im Herbst  2019 stand eine Freiwilligenaktion des Biosphärenzweckverbands Bliesgau in Kooperation mit einer Gruppe Azubis von "Across Barriers" an. Diese organisieren jedes Jahr ein solches Projekt und dürfen ihren Einsatzort selbst wählen. Im Mittelpunkt für die Firma steht vor allem das Teambuilding, der Spaß darf bei der gemeinnützigen Arbeit allerdings auch nicht zu kurz kommen!
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Die Azubis von Across Barriers und FÖJlerin Lea bei der Arbeit im Orchideengebiet

Und den hatte die Gruppe, bestehend aus den zwölf Auszubildenden, den beiden jungen Ausbildern sowie Frau Naumann und mir auf jeden Fall. Als Treffpunkt wurde der Gersheimer Friedhof bestimmt, da hier gute Parkmöglichkeiten bestehen. Hierbei ist lobenswert zu erwähnen, dass die jungen Erwachsenen um zu diesem Treffpunkt zu gelangen, Fahrgemeinschaften gebildet und so auch den Klimaschutz-Aspekt miteingebunden haben!

Um neun Uhr morgens ging es vom Friedhof aus, ebenfalls in Fahrgemeinschaften, zum eigentlichen Einsatzort der geplanten Freiwilligenaktion und zwar in das Orchideengebiet in Gersheim. Von den streng unter Naturschutz stehenden Orchideen bekamen wir zu dieser Jahreszeit allerdings nichts zu sehen, denn deren Blütenzeit klingt bereits im Juli allmählich aus.
Aber unsere Aufgabe bestand ja auch nicht darin, die hübschen Orchideen zu bestaunen. Mit allerhand Werkzeug und Arbeitshilfen ging es also einen Hügel hinauf zu den alten Weinbergsmauern. Bei bereits strahlendem Sonnenschein erklärte Frau Anita Naumann, dass hier früher Wein angebaut wurde. Da man an diesem Hang nur schwer mit Maschinen arbeiten kann, finden hier regelmäßig Pflegearbeiten statt, um vor allem die Sprösslinge, die aus den Mauern keimen, zu entfernen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn die alte Weinbergsmauern sind an manchen Stellen sehr brüchig und dadurch instabil. Frau Anita Naumann bat daher darum, nicht an den Pflänzchen zu reißen, denn an einer Stelle war ein Teil der Mauer bereits eingebrochen.

Die Pflanzen und Äste, die bei der Arbeit entfernt wurden, mussten wir mit Hilfe einer großen Plane zu einer Sammelstelle am Ende der Mauern ziehen. Neben interessanten Informationen rund um die Tier- und Pflanzenwelt, welche die Gruppe von Frau Naumann während der Arbeit im Orchideengebiet erhielt, freuten wir uns auch über die Sichtung einer kleinen Eidechse, die in den Spalten der Mauern ihr Zuhause hat.
Nach getaner Arbeit ging es dann wieder zurück zu den Autos, um in der Nähe alles für ein gemeinsames Picknick zum Abschluss vorzubereiten. Die Aktion im Orchideengebiet war meine erste Freiwilligenaktion. Ich muss (ehrlich gesagt) erwähnen, dass es natürlich nicht unbedingt erfreulich ist, wenn an einem Samstagmorgen der Wecker bereits zu so früher Stunde klingelt. Aber kaum in der Geschäftsstelle des Zweckverbandes angekommen, schon stieg die Vorfreude auf die geplante Aktion. Beim gemeinsamen Kaffeekochen mit Frau Naumann fühlte es sich dann fast so an, als treffe man Vorbereitungen für einen lange geplanten Familienausflug!

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Anbringung der Nistkästen für Mauersegler

von Marie Marsollek, Teilnehmerin im freiwilligen ökologischen Jahr (FÖJ)

Anfang September wurden wieder Nistkästen für Mauersegler an Hausfassaden angebracht und ich durfte als FÖJ‘lerin des Biosphärenzweckverbandes das Geschehen vor Ort mitverfolgen. 
Zuvor hatte ich nur einmal Kontakt mit Mauerseglern, nämlich als ein Jungvogel bei seinen ersten Flugversuchen durch mein gekipptes Fenster gegen die Wand und anschließend hinter meinen Schreibtisch flog. So kam es, dass ich an meinem Geburtstag mit einem Schuhkarton im Tierheim stand und eine Schwalbe abgeben wollte, welche eigentlich ein junger Mauersegler war. Durch die schwalbenähnliche Gestalt, besonders durch die gegabelten Schwanzfedern ging ich nicht nur von einer Schwalbe aus, ich glaubte auch später, nachdem das Missverständnis aufgeklärt wurde, dass Mauersegler und Schwalbe verwandt wären.

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Die Mauerseglerkästen an einem der Häuser und der Hubsteiger mit dem der Einsatz bewerkstelligt wurde.

Wie Anita Naumann mir jedoch während der Anbringung der Nistkästen erklärte, gehören beide nicht einmal der gleichen Familie an, sondern haben nur eines gemeinsam: Sie sind bedrohte Gebäudebrüter.
Viele Hausbewohner ärgern sich über die Verschmutzung, welche die Nester von Gebäudebrütern mit sich bringen und durch das Entfernen der Nester, aber auch durch Dachsanierung und Fassadendämmung gehen die Bestände immer weiter zurück.
Dass das Entfernen ihrer Nester sogar illegal ist, beziehungsweise einen Ersatz des Nistplatzes als Folge haben muss, wissen viele Menschen oft nicht.
Um das Ersetzen der Nester zu erleichtern, gibt es Nistkästen, welche sich besonders für Mauersegler eignen. Genau diese wurden dank der Finanzierung der Allianz Versicherung für die Hausbesitzer kostenlos an deren Fassade angebracht. Dies wird durch das Projekt „E-Mail statt Brief“ dieser Versicherung ermöglicht: Wenn sich ein Allianz-Kunde entscheidet, anstelle von Briefen E-Mails zu erhalten, spendet die Versicherung für diesen Kunden 5€ an eines von 18 Naturschutzprojekten. Dabei darf der Kunde selbst aussuchen, welches Projekt er mit seiner Umstellung fördern möchte. 
So kam es, dass ich voller Begeisterung über die Möglichkeit, Gebäudebrüter zu schützen, samstagmorgens um acht Uhr im kalten Regen neben einer riesigen Hubarbeitsbühne stand. Diese konnte 36 Meter ausfahren und die Arbeitsbühne noch einmal extra drehen. Die ersten Hausbesitzer waren freundliche „Stammkunden“, welche bereits vier Kästen am Haus hatten und acht weitere angebracht bekommen sollten. Auch wurde Rücksicht auf die Wünsche der Hausbesitzer genommen: Die Kästen waren farblich an die Hauswände angepasst und wurden unter dem Giebel pyramidenförmig angebracht. Auch bei den nachfolgenden Häusern wurde auf den Zweck, aber auch auf die Ästhetik geachtet. Es wurde darauf geachtet, dass für die Mauersegler eine Anflughöhe von drei bis fünf Metern gegeben war und dass der Hausbesitzer nichts an der Optik zu bemängeln hatte.
Zusätzlich wurde darauf geachtet, dass die Vögel problemlos zu den Nistkästen gelangen können. Denn wenn die Tiere nicht gerade mit ca. 32 km/h in der Luft übernachten, dann fliegen sie im Kraftflug zwischen 40 bis 100 km/h schnell oder legen einen eleganten Anflug auf den Nistplatz hin, bei dem sie auf die Hauswand zufliegen und ihre Richtung in letzter Sekunde ändern, um dann mit hoher Geschwindigkeit senkrecht an der Fassade hoch zu schießen und anschließend in ihrem Nest zu landen. Genauso spektakulär verläuft der Abflug: Mauersegler verlassen ihre Nistplätze in einem regelrechten Sturzflug und erst kurz über dem Boden gewinnen sie an Höhe und beginnen zu fliegen, oder besser gesagt, zu segeln. Aus diesem Grund darf auch kein Baum, keine Markise oder ein anderes Hindernis den Anflug oder den Abflug blockieren. 
Auf dem Weg zum nächsten Haus begrüßte uns eine Frau von ihrem Balkon und machte Witze mit ihrem Nachbarn, dass die Mauersegler aus ihren Nistkästen ausziehen würden, wenn sie die neuen Nistkästen nebenan sehen würden. Zu sehen, welche Freude es der Nachbarschaft bereitete, um die Mauersegler zu wetteifern und die Vögel zu beobachten, sobald sie im Frühjahr wieder einziehen, war sehr bewegend. Die Offenheit und Herzlichkeit gegenüber den Tieren war eine erfrischende Abwechselung zu den negativen Nachrichten um den Bestand der Gebäudebrüter. 
Auf dem Weg nach Hause musste ich noch einmal an meine vermeintliche Schwalbe denken. Dank dem Biosphärenzweckverband, vogelfreundlichen Hauseigentümern und vor allem auch der Spenden der Allianz Versicherung können neue Plätze für Gebäudebrüter im Einvernehmen mit den Menschen geschaffen werden. So wird es bald mehr Gebäudebrüter in den Gärten zu sehen geben und ich hoffe sehr, dass sie alle gesund und munter an meinem Fenster vorbei segeln werden.

Fachforum "Agrophotovoltaik mit bifacialen Modulen - Möglichkeiten zur Doppelnutzung von  landwirtschaftlichen Flächen"


Zu einem Fachforum zur Möglichkeit der Doppelnutzung von landwirtschaftlichen Flächen zur Lebensmittel- und Energieerzeugung hatten der Biosphärenzweckverband Bliesgau, die Landwirtschaftskammer für das Saarland sowie der saarländische Berufsverband der Landschaftsökologinnen und -ökologen nach Bexbach eingeladen.

fachforum

Zur Erreichung der Klimaschutzziele und zum verstärkten Ausbau der Photovoltaik sind neben Dachflächen auch größere Solarparks auf landwirtschaftlichen Flächen erforderlich. Hierbei gerät die Energieerzeugung jedoch in Konflikt mit der Nutzung dieser Flächen zur Erzeugung von Nahrungsmitteln sowie mit dem Natur- und Landschaftsschutz.
Eine Lösung dieser Konflikte können dabei die sogenannten bifacialen Module bieten. Dabei werden die Anlagen senkrecht aufgebaut und zwischen den Modulreihen ausreichend Platz für eine landwirtschaftliche Bearbeitung der Flächen gelassen. Ein solcher Aufbau macht die landwirtschaftliche Weiternutzung der Agrarfläche nicht unmöglich, allerdings bestehen von Seiten der Landwirtschaft Bedenken wegen der Einschränkungen der landwirtschaftlichen Nutzung und deren Folgen. 
Zunächst stellte Christian Koch vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) den Bezug des Fachforums zum aktuell laufenden EU-Projekt ZENAPA her. Das Projekt versucht mit einer Laufzeit bis 2024 in insgesamt zwölf Großschutzgebieten in Deutschland beispielhafte Lösungen an der Schnittstelle von Klimaschutz, Biodiversität und Bioökonomie aufzuzeigen. Dazu gehört auch die Option der Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen zur Energie- und Nahrungsmittelerzeugung sowie die Verbindung mit Naturschutzmaßnahmen. Die Biosphäre Bliesgau erhofft sich hiervon, ihren Anteil von derzeit knapp zehn Prozent Solarstrom am Stromverbrauch deutlich zu steigern.
Nicola Saccà vom saarländischen Wirtschaftsministerium verwies auf die saarländischen Verordnung für Photovoltaik auf benachteiligten Agrarflächen vom Dezember 2018. Damit seien zunächst weitere 100 MW Photovoltai bis 2022 möglich. Dies sei ein wesentliches Instrument um das Ziel der Landesregierung von 20 Prozent Erneuerbare Energien am hohen Strombedarf im Saarland zu decken. Allerdings befindet man sich über die bundesweiten Ausschreibungen im harten Wettbewerb mit Fächen in Bayer, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Für zentral hält er die Einbindung der Bevölkerung  über die Beteiligung an den insgesamt sieben Bürgerenergiegenossenschaft im Saarland oder an Projektgesellschaften.
Heiko Hildebrandt erläuterte das Anlagenkonzept der Firma Next2Sun. Dabei greift das Unternehmen auf bifaciale Module zurück, die in der Regel in Ost-West-Richtung in einem Abstand von rd. zehn Meter aufgebaut werden. Neben der minimalen Überbauung der Fläche gegenüber geneigten Modulen, sodass eine landwirtschaftliche Nutzung weiterhin möglich bleibt, überzeugt die Technik durch einen spezifischen Mehrertrag von zehn bis 15 Prozent. Hinzu kommt, dass der klassische Peak in der Mittagszeit durch zwei mittlere Peaks am Morgen und Nachmittag ersetzt wird. Auf diese Weise lassen sich auch Flächen in Gebieten mit Netzengpässen nutzen. Perspektivisch sind auch Südausrichtungen, größere Reihenabstände bis 25 m oder höhere Abstände der Module vom Boden denkbar.
Christoph Hassel, der Landesvorsitzende des BUND Saar, sieht in der Agrophotovoltaik generell und speziell auch mit den bifacialen Modulen Chancen für den Naturschutz durch Extensivierung von Flächen, die Schaffung potenzieller Rückzugsorte für viele Arten und auf den ungenutzten Streifen unterhalb der Module die Möglichkeit, Strukturelemente wie etwa Trittsteine zu schaffen. Für die Altgrasstreifen liessen sich Managementpläne entwickeln. Unabdingbar sei die Eingrünung der Anlage mit einheimischen Sträuchern und Heckenstrukturen sowie vorgelagerte Blühstreifen. Damit ließe sich der ökologische Kompensationsbedarf und der Umfang externer Ausgleichsflächen wahrscheinlich deutlich reduzieren.
In eine ähnliche Richtung argumentierte Rolf Klein vom NABU Saarland. Zwar könnten Solarparks generell den Flächenverbrauch vorantreiben, das Landschaftsbild verändern und das Mikroklima verändern, doch sei nit bifacialen Modulen durchaus eine stärker naturverträgliche Umstzung möglich etwa durch die Standortwahl, den Reihenabstand, die Folgenutzung, aber auch die Umfeldgestaltung. Entscheidend sei aber letztlich eine Einzelfallbetrachtung. Hilfreich wäre aus seiner Sicht auch das intensive Monitoring von neuen Anlagen.
Robert Zimmer, der Direktor der Landwirtschaftskammer für das Saarland, betonte eingangs den noch immer bestehenden Grundsatzbeschluss der Kammer zur Photovoltaik auf landwirtschaftlichen Flächen von 2012: Um dem weiteren Flächenfraß zu begegnen, wurden PV-Anlagen auf existentiellen Flächen für die Landwirtschaft abgelehnt.  Auf weniger geeigneten Flächen ist nach Einzelfallprüfung eine Zustimmung möglich, wenn kein zusätzlicher Flächenausgleich über landwirtschaftliche Flächen erfolgen muss. In der Agrophotovoltaik sieht er die Chance, dass der Flächenausgleich entfallen kann. Ein wesentlich größeres Problem besteht aktuell jedoch in der bestehenden Direktzahlungs-Durchführungsverordnung. Nach § 12 sind landwirtschaftliche Flächen nicht mehr prämienfähig, wenn sich dort eine Photovoltaikanlage befindet. Dies müsse der Gesetzgeber zeitnah anpassen. Eine erste Einschätzung gab Elmar Rullof, Landwirt aus Eppelborn, der seit Oktober 2018 eine Fläche mit bifacialen Modulen bewirtschaftet. Aus Praktikabilitätsgründen wird er die betreffende Fläche von einer Silageerzeugung mit Düngung und viermaligem Schnitt auf eine Fläche zur Heu- und Graserzeugung umstellen. Auch er bemängelte die komlett wegfallende Flächenprämie.
Dr. Markus Groß, Rechtsanwalt in der Kanzlei Heimes und Müller, machte deutlich, dass für die Genehmigung von Agrophotovoltaikanlagen noch keine speziellen palnungsrechtlichen Vorgaben existieren. Es komme weder die Privilegierung nach § 35 des Baugesetzbuchs noch die Zulässigkeit als "sonstiges Vorhaben" in Frage. Von daher führe an der Aufstellung eines Bebauungsplans kein Weg vorbei. Hier komme jedoch der sog. Typenzwang ins Spiel. Landwirtschaftliche Nutzung und Energieerzeugung schließen sich quasi aus. Auch die letzte Option des "Sondergebiets" ermögliche zwar die Nutzung von Photovoltaik. Darf zugleich auch die landwirtschaftliche Nutzung festgesetzt werden, stellte er in den Raum.  Eine mögliche Lösung könnte über eine neuartige Zweckbestimmung  als „Sondergebiet Agrophotovoltaik“ liegen. Hier sei letztlich der Gesetzgeber gefragt.

Auf der Suche nach den Glücksbringern im Biosphärenreservat Bliesgau


Schwalben galten früher als Sommerboten und sogar als Glücksbringer. Betrachtet man jedoch heute ihre sinkenden Bestandszahlen scheinen die quirrligen Vögel eher wie vom Glück verlassen. Da die Gründe dafür maßgeblich vom Menschen geschaffen sind, sind die geselligen Vögel auf unsere Hilfe angewiesen. Während meines Praktikums beim Biosphärenzweckverband Bliesgau kam ich mit dem Projekt "E-Mail statt Brief" der Allianz Versicherung in Kontakt. Für jeden Kunden, der von Briefverkehr auf elektronischen Datenverkehr umsteigt, spendet die Versicherungsagentur 5 Euro an eines von 18 deutschlandweiten Naturschutzprojekten. Hierzu zählt unter anderem ein Projekt im Bliesgau, das dem Schutz von Gebäudebrütern dienen soll. So werden beispielsweise Nisthilfen oder Kotbretter bezahlt und an geeigneten Stellen angebracht.

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Praktikantin Verena und eines ihrer Zielobjekte: die Mehlschwalbe 

Dieses Projekt warf die Frage auf, wie es denn eigentlich um die Schwalbenpopulation in unserer Region steht. Zur Lösung dieser Frage bestand meine Hauptaufgabe während des Praktikums darin, den Bestand der Mehl- und Rauchschwalben im Biosphärenreservat Bliesgau zu erfassen. Da ich in der relativ kurzen Zeit nicht alle zugehörigen Ortschaften kartieren konnte, wurden verschiedene Orte im Biosphärenreservat stichprobenmäßig ausgewählt und systematisch kartiert. Das bedeutet, dass ich jedes einzelne Haus auf Schwalbennester absuchen musste. Das hörte sich erstmal nach einem großen Zeitaufwand an...und das war es auch. Da ich diese Arbeitsweise jedoch von meinem Studium bereits kenne, konnte mich dieser Gedanke nicht aus der Ruhe bringen.

Ende April, mit der Ankunft der Schwalben, ging es dann schließlich los mit der Freilandarbeit. Auf meinen Streifzügen durch die Ortschaften des Bliesgaus wurde mir die Schönheit unserer Heimat immer wieder aufs Neue bewusst. Da man mit Klemmbrett in der Hand und Fernglas um den Hals in jedem Ort sofort auffällt, kam ich mit dem ein oder anderen neugierigen Anwohner ins Gespräch. Die interessanten und teils sehr lustigen Gespräche führten jedoch meist zur gleichen Aussage: "Früher gab es hier viel mehr Schwalben als heute". Und damit dürften sie wohl richtig liegen. Bei meinen Kartierungen wurde schnell klar, dass zwar einige Häuser Spuren von zum Teil großen Kolonien aufweisen aber nur ein geringer Bruchteil der vorgefundenen Nester tatsächlich besetzt war. Früher gab es auf dem Land viel mehr kleinere landwirtschaftliche Betriebe. Nach und nach geben immer mehr Bauern ihre Viehhaltung auf, wodurch die Ställe nicht weiter genutzt und verschlossen werden. Somit gehen für Rauch- und Mehlschwalbe wichtige Lebensgrundlagen, wie Nahrung und Nistmaterial verloren. Auch der Einsatz von Insektiziden und die anhaltende Flächenversiegelung machen es den Schwalben zunehmend schwerer. Wie ich in manchen Gesprächen feststellen konnte, ist aber auch die Unwissenheit in der Bevölkerung ein Problem. Viele wissen nicht, dass sie Mehlschwalbennester an ihrem Haus haben oder entfernen diese, weil die Vögel ihnen zu viel Dreck machen. Dabei ist das Entfernen der Nester streng verboten.

Umso erfeulicher war es für mich engagierte Schwalbenschützer kennenzulernen und Häuser vorzufinden, an denen Nisthilfen für Schwalben angebracht sind. Mein persönliches Highlight war die Begegnung mit einem Bauern, der mich freundlicherweise in seinen Stall mitnahm. Darin befand sich die größte Rauchschwalben-Kolonie, die ich während meinen Kartierungen angetroffen habe. An diesem Tag war ich bereits eine ganze Weile erfolglos unterwegs, um Schwalben zu suchen. In dem Moment während wir dort im Stall standen, dicht neben neugeborenen Kälbchen und den umher fliegenden Rauchschwalben, dachte ich mir: "Kein Wunder, dass man Schwalben als Glücksbringer bezeichnet..."

Verena Nagel, Praktikantin 2018

Förderung von Gebäudebrütern im Biosphärenreservat Bliesgau durch die Allianz

Die Allianz möchte ihren Ressourcenverbrauch verringern und bietet ihren Kunden mit der Kampagne "E-Mail statt Brief" an, den Schriftverkehr von Brief auf Email umzustellen und damit pro Mail, die anstatt eines Briefes verschickt wird, 28 Gramm an Treibhausgasen einzusparen.

Für jeden Kunden, der in dieser Kampagne von Brief auf Email umstellt, spendet die Allianz 5 € an eins von 18 Projekten in ganz Deutschland. Der Kunde kann dabei auswählen, an welches der 18 Projekte "seine" 5 € gehen.

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Im Biosphärenreservat Bliesgau unterstützen wir damit die Gebäudebrüter und arbeiten dabei auch eng mit lokalen Initiativen zusammen. Unser Projektseite bei der Allianz finden Sie hier: https://www.allianz-umwelt.de/projekte/bliesgau

Die Gebäudebrüter haben in unserer Zeit keinen leichten Stand, denn einige Hausbesitzer ärgern sich über Verschmutzungen, die sie verursachen können. Und durch Dachsanierung und Fassadendämmung können sie ebenfalls ihr Heim verlieren. Dabei sind ihre Nistplätze geschützt und dürfen nicht zerstört werden bzw. müssen Ersatznisthilfen angebracht werden, wenn bei einer nötigen Sanierung ihre ursprünglichen Brutstätten zerstört werden. Schwalben haben auch immer mehr Probleme geeignetes Baumaterial zu finden, denn in unseren Siedlungen gibt es kaum noch Lehmpfützen an den Ortsrändern. Heute sind viele Feldwege asphaltiert, so dass die Schwalben keine Lehmpfützen mehr vorfinden, um selbst neue Nester zu bauen. Das kann man durch Anlage von Lehmpfützen oder das Anbringen von Nisthilfen beheben.

Von den ersten eingegangen Geldern wurden erst einmal Nisthilfen und Kotbretter angeschafft.

Ende März wurden an einem ersten Privathaus schon Nisthilfen für Mehlschwalben und Sperlinge (die auch zu den Gebäudebrütern gehören) angebracht. Dabei wurden die Nisthilfen vom NABU Landesverband Saarland zur Verfügung gestellt, während mit den Geldern der Allianz die notwendige Hebebühne und die Handwerkerkosten getragen werden konnten.

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links: neue Nisthilfen für Mehlschwalben mit Kotbrett an einem Privathaus, rechts: Mauerseglerkasten mit zwei Nistplätzen von innen

Außerdem wurden im Dorf Bliesmengen-Bolchen 42 Nistgelegenheiten für Mauersegler installiert. Hier hatte der örtliche Natur- und Vogelschutzverein über den Winter Nistkästen gebaut und sowohl bei der Gemeinde als auch bei privaten Gebäudebesitzern im Vorfeld die Erlaubnis zum Anbringen der Nisthilfen eingeholt. So konnten an einem sonnigen Frühlingssamstag die Nisthilfen mit einer Hebebühne angebracht werden. Die Hebebühne konnte dabei mit dem Geld aus dem Allianz-Projekt finanziert werden. Wenn die Mauersegler bald aus ihrem Winterquartier zurückkommen, werden ihnen also in Bliesmengen-Bolchen einige Brutplätze mehr zur Verfügung stehen.

Ein Teil der Nisthilfen in Bliesmengen-Bolchen wurden dabei an der alten Schulturnhalle angebracht, die direkt am Innenhof des örtlichen Kindergartens liegt, so dass die Kinder das Geschehen an den Nisthilfen direkt mit verfolgen können.

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Anbringung der Mauerseglerkästen mit der Hebebühne und die montierten Kästen

Ende April gab es im Rahmen eines anderen Projektes eine Informationsveranstaltung zum Thema Natur- und Klimaschutz in der Bauherren und Architekten einerseits über die Themen Fassadendämmung und Sanierung informiert wurden, aber auch die Gebäudebrüter angesprochen wurden und die Berücksichtigung von Gebäudebrütern bei der Sanierung. Wir hoffen nun über die Zusammenarbeit mit der Architektenkammer und der Verbraucherzentrale, die ebenfalls über Sanierungsthemen informiert, verstärkt bei Bauherren Verständnis und Rücksicht für die Gebäudebrüter zu wecken.

Bei Fragen zum Projekt wenden Sie sich bitte an Anita Naumann unter 06842-96009-16 oder Cette adresse e-mail est protégée contre les robots spammeurs. Vous devez activer le JavaScript pour la visualiser.

hier finden Sie auch einen Bericht unserer Praktikantin, die während ihres Praktikums aktuelle Vorkommen erfasst hat.

FÖJlerin Marie berichtet von der Anbringung von Nisthilfen für Mauersegler im September 2019.

 

Platz für Wildobst und Speierling

Am Donnerstag, den 09.11.2017, fanden sich zu früher Stunde einige Teilnehmer der Umweltwoche der Startbahn 25 in der Nähe des Friedhofs in Walsheim zusammen. Von dort aus machten sie sich auf, zu einer nahegelegenen Fläche des Saarforst Landesbetriebs. 

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Besagte Fläche war aber keine Waldfläche, sondern mit Wildobst und Speierling bestanden, unter denen sich aber riesige Weißdornbüsche und andere Gewächse breitmachten. Die Freiwilligen hatten es sich zur Aufgabe gemacht, diese zu entfernen.

Trotz dem eher unangenehmen, trüben und regnerischen Wetter, machten sie sich sehr motiviert an die Arbeit. Mit Hilfe von Revierförster Matthias Beidek und einigen scharfen Gerätschaften ging es den Büschen an den Kragen. So stapelten sich binnen zwei Stunden immer höhere Dornenbuschberge gen Himmel. 

Zum Abschluss versammelten sich alle gemeinsam an der „Wanderrast“-Grillhütte in Walsheim, um sich an einem kleinen Feuer und einem Becher Tee wieder aufzuwärmen und sich mit einem kleinen Picknick mit regionalen Produkten, u.a. auch mit Käse vom Neukahlenberger Hof und Wurst von der Metzgerei Werth, zu stärken, bevor sie den Rückweg nach Saarlouis antraten.

Rot und knackig – Apfelernte mit Freiwilligen

Am Samstagmorgen fanden sich etwa ein Dutzend Helfer in Bliesmengen-Bolchen zusammen, um im Rahmen der Aktion „Freiwillige in Parks“ Äpfel zu ernten. Anfangs lag der Nebel noch im Tal und die Luft war frisch, doch im Laufe des Vormittags schien die Sonne immer kräftiger und die Helfer konnten beim Arbeiten den wunderschönen Blick auf den herbstlichen Bliesgau genießen.

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Freiwillige Helfer bei der Obsternte für den Bliesgau-Apfelsaft

Kiste für Kiste füllte sich der Hänger, sodass zum Ende der Aktion etwa eine Tonne Äpfel gepflückt und gesammelt worden waren. Als kleine Belohnung für die geleistete Arbeit gab es am Mittag ein gemeinsames Picknick. Während der Aktion stand Walter Rundstadler von Bliesgau Obst e.V. den Freiwilligen für fachliche Fragen rund ums Thema Obstbau und Apfelsorten zur Verfügung. Die nächste Aktion wird am 24.11.18 stattfinden. Dann werden einige Obstbäume von Misteln befreit. Neue Gesichter sind herzlich willkommen. Für Fragen wenden sie sich an Anita Naumann (06842/96009-16, Cette adresse e-mail est protégée contre les robots spammeurs. Vous devez activer le JavaScript pour la visualiser.).

Junge Biosphäre

Der offizielle Startschuss für das neue Jugend-Projekt „Junge Biosphäre“ ist gefallen. Das Kooperationsprojekt des Landesjugendrings Saar mit dem Biosphärenzweckverband Bliesgau, dem ökologischen Schullandheim Spohns Haus und dem Jugendamt des Saarpfalz-Kreises will in den nächsten drei Jahren Jugendliche aus der Region in die Entwicklung des Biosphärenreservates einbinden.  Junge Menschen zwischen 15 und 21 Jahren sollen erkennen, dass sie ihre Biosphäre Bliesgau mitgestalten können, dürfen und sollen.

Junge Biosphaere Logo RGB RZ ZW

Das Vorhaben "Junge Biosphäre" wurde im Rahmen des Förderprogramms LEADER mit 110.976 €, davon 75% Mittel der Europäischen Union aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und 25% Mittel des saarländischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, unterstützt.

weitere Infos unter www.junge-biosphaere.de

Neue Projektanträge für die Junge Biosphäre

Schon einige Projektanträge von Jugendlichen sind bei der „Jungen Biosphäre“ eingegangen: Von der Ernte alter Streuobstwiesen bis zur Sanierung der alten Wasserpumpstation in Ommersheim. Jetzt ist auch die NAJU mit im Boot: Mit gleich zwei Anträgen will die Naturschutzjugend im Biosphärenreservat Bliesgau mitmischen. Neben einer „Grünen Juleica“, bei der zukünftige JugendleiterInnen zu Themen wie Nachhaltigkeit, Müllvermeidung und Klimaschutz geschult werden sollen, will der NAJU auch bei der Müllsammelaktion „Trashbusters“ Plastik und Müll in lokalen Gewässern zu Leibe rücken.

„Junge Biosphäre“ unterwegs: regionale Betriebe hautnah erleben

Beim ersten gemeinsamen Ausflug wollten die Jugendlichen der Projektgruppe „Junge Biosphäre“ das Biosphärenreservat Bliesgau erkunden und kennenlernen. Und das Wetter hat perfekt mitgespielt! Nach einem Input über Ziele und das Rahmenkonzept der Biosphäre gab es direkte Einblicke ins „Handwerk“: In der Bäckerei-Konditorei Fetzer durften die ersten Biosphären-Pralinen und Schoko-Hasen bestaunt (und probiert) werden. Anschließend ging es zum Biolandhof Wack, deren Produkte aus nachhaltiger Erzeugung stammen. Neben den spannenden Infos rund um die Arbeit in den Betrieben hat vor allem die Motivation, auf Nachhaltigkeit zu setzen, die Jugendlichen schwer beeindruckt.

jb

Bau einer Mini-Biogas-Anlage

Pflegeeinsatz im Biosphärenreservat Bliesgau

Am Donnerstag, den 2. Februar 2017, fand ein FÖJ-Aktionstag im Biosphärenreservat Bliesgau statt. 18 Helfer, darunter 15 FöJler aus den unterschiedlichsten Institutionen, Michael Keßler von der Naturwacht Saarland, Umweltpädagoge und pädagogischer Leiter des FÖJ Günther von Bünau sowie Stefanie Lagaly vom Biosphärenzweckverband Bliesgau, fanden sich dabei zusammen, um alte Streuobstbestände von dichten Büschen und Sträuchern zu befreien.

Bereits um 9 Uhr in der Früh versammelten sich alle Freiwilligen am vereinbarten Treffpunkt zwischen Bebelsheim und Wittersheim, um von dort aus in Fahrgemeinschaften zum Haus Lochfeld zu fahren. Dort angekommen, gab es zunächst eine kurze Vorstellungsrunde und einen informativen Einführungsvortrag bezüglich der bevorstehenden Arbeit. Im Anschluss wurden Astscheren, Heurechen, Mistgabeln sowie kleine Handsägen ausgeteilt und unter der Anleitung von Michael Keßler die alten Obstbaumbestände durch gezielte Schnittmaßnahmen von dem wuchernden Strauchwerk freigestellt. Durch diese Maßnahme soll ihrer Verwahrlosung und einhergehend damit der verringerten Wuchsleistung sowie dem schwächeren Fruchtansatz entgegengewirkt werden. Das Schnittgut wurde seitlich zwischen dicht wachsenden Bäumen in Haufen geschichtet. Gegen Mittag gab es zur Stärkung dann eine gemeinsame Brotzeit mit regionalen Produkten, wie Baguette, Käse, Wurst, Kuchen und Apfelsaft. Danach ging es in die zweite Runde, bevor alle Helfer schließlich gegen 15 Uhr stolz auf ihr vollbrachtes Werk blicken und nach getaner Arbeit ihren wohlverdienten Feierabend genießen konnten.

FJ Aktion
Bildautor: Günther von Bünau

Raus aus dem Weihnachtsvorbereitungsstreß, rein in die Natur

Das dachten sich auch die knapp 15 Freiwilligen, die noch am Samstag vor dem vierten Advent mithalfen eine kleine Waldwiese bei St. Ingbert von umgefallenen Bäumen und Neophyten zu befreien.
Vom Treffpunkt am Parkplatz vom Waldfriedhof ging es erst in einer kleinen Karawane bepackt mit Spaten, Astschere und allem, was man sonst noch so braucht unter Führung von Herbert Klär von der lokalen NABU-Ortsgruppe circa 10 Minuten zu Fuß los, bis die Helfer schließlich am Ort des Geschehens eintrafen. Dort hatten zwei weitere NABU-Aktive (Erwin Andres und Helmut Graf) schon Tisch und Bänke und ein Dreibein mit Topf zum wärmen des alkoholfreien Punsches vorbereitet.

vor Weihnachten
Franz-Josef Weicherding vom NABU St. Ingbert erklärte fachlich fundiert, warum der Erhalt solcher Wiesen gerade im sehr waldreichen St. Ingbert von besonderer Bedeutung ist. Um sie auch weiterhin zu erhalten, muss die kleine Wiese regelmäßig gepflegt werden. Seit einigen Jahren helfen dabei vor dem Einsatz immer ein paar Schafe, die die Wiese soweit herunter fressen, dass die Freiwilligen sich gut bewegen können. Gegen die herunterfallenden Äste und umstürzenden Bäume am Rand der Wiese sind die Schafe allerdings machtlos. Dafür benötigt es die Hilfe der Freiwilligen.
Helmut Graf vom NABU St. Ingbert machte mit der Motorsäge mit den großen Stücken der am Boden liegenden Bäume kurzen Prozess. In der Zeit widmete sich ein Teil der Freiwilligen der Kanadischen Goldrute (einem invasiven Neophyten) der sich im feuchten Boden ganz gut mit der Wurzel ausrupfen ließ, während ein anderer Teil schon mal anfing, einzelne Äste an den Rand der Wiese zu schaffen. Nach dem Rupfen half auch der Rest das Totholz abzutransportieren. Mit den dicken Stämmen wurden außerdem noch zwei weitere Totholzhaufen als Platz zum Sonnen für z.B. die Waldeidechse angelegt.
Zur Belohnung gab es wie immer ein Picknick mit regionalen Produkten und diesmal sogar einen alkoholfreien Punsch und nachdem alle Kinder langsam heim wollten, noch etwas Glühwein für die Erwachsenen.

Weihnachtsdekoration selbst besorgen und dabei noch Gutes tun

Am 26.11.16, also zum ersten Adventswochenende, trafen sich Walter Rundstadler von Bliesgau Obst e.V. und Anita Naumann vom Biosphärenzweckverband Bliesgau mit Freiwilligen bei Reinheim, die gekommen waren um von Misteln fast schon überwucherte Obstbäume von ihrer Last zu befreien.

Misteln
Die Freiwilligen mit den geernteten Misteln (Foto: Thomas Neu) und beim Ernten.

Die Mistel steht, entgegen der landläufigen Meinung, nicht unter Naturschutz, allerdings darf sie für gewerbliche Zwecke nur mit behördlicher Genehmigung gesammelt werden. Außerdem dürfen die Bäume bei der Entnahme der Misteln natürlich nicht geschädigt werden. Dafür war mit Walter Rundstadler von Bliesgau Obst ein Fachmann für den fachgerechten Schnitt von Obstbäumen direkt vor Ort.
Er erklärte den Freiwilligen auch das Leben der Mistel als Halbschmarotzer, die ihren Wirtsbäumen Wasser und im Wasser gelöste Nährstoffe entzieht. Besonders für die Mistel ist auch, dass sie zu den zweihäusigen Pflanzen gehört, dass es also männliche und weibliche Pflanzen gibt.
Geringe Mistelvorkommen in einem Baum, schädigen den Baum nicht dauerhaft, aber starker Befall kann zu verringerten Wuchsleistungen und einem schwächeren Fruchtansatz führen, was auf den genutzten Streuobstwiesen natürlich nicht gewünscht ist, denn das Obst soll zu Bliesgau-Apfelsaft oder Likören und Schnäpsen verarbeitet werden.
So gingen die Freiwilligen voller Tatendrang ans Werk und durften sich als Belohnung für ihre Mühen die Misteln nicht nur für sich, sondern auch noch für Freunde und Familien mit nach Hause nehmen.
Und Küsse unterm Mistelzweig zu verteilen, macht doch viel mehr Spaß, wenn man die Misteln dabei noch selbst „geerntet“ hat, oder?

Freiwilligen-Einsatz in der Biosphäre

Die Zeiten der Apfelernte neigen sich schon dem Ende zu, jedoch können nicht alle Früchte gleichzeitig gepflückt werden. Bei einer vom Biosphärenzweckverband Bliesgau zusammen mit Bliesgau Obst e.V. organisierten Freiwilligen-Aktion, die am Ende Oktober in Bliesmengen-Bolchen stattfand, sammelten 13 Helfer, darunter auch unsere jungen Mitarbeiter im Freiwilligen Ökologischen Jahr, fleißig Äpfel.

Apfelernte
Bildautor: Thomas Neu

Der Treffpunkt war ein auf dem Kreuzberg gelegenes Privat-Grundstück. Die Apfelernte begann um 9.00 Uhr in der Früh. Nach einem kurzen und informativen Einführungsvortrag durch Walter Rundstadler, Vorstandsmitglied von Bliesgau Obst e.V., ging es direkt mit der Ernte los. Die Äpfel wurden traditionell ohne den Einsatz von Maschinen geerntet. Die Helfer rüttelten mit einem Schüttelhaken an den Bäumen und sammelten anschließend die heruntergefallenen Äpfel ein und verluden sie in Kisten. Sie ernteten ca. eine Tonne Äpfel. Aus ihnen wurde in der darauf folgenden Woche frischer Bliesgau Apfelsaft gepresst.
Alle Teilnehmer der Apfelernte wurden mit einem gemütlichen Picknick in den Streuobstwiesen für ihre tatkräftige Unterstützung belohnt.

Die Biosphäre Bliesgau und die Westpfalz als Modellregion für Elektromobilität

Etwa 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Ministerien, von Energieversorgern, kommunalen Verwaltungen, Wirtschaftsförderungsgesellschaften sowie wissenschaftlichen Einrichtungen kamen Ende Januar zu einem Impulstreffen "E-Mobilität Saar-Pfalz" in Blieskastel zusammen. Organisiert wurde die Gemeinschaftsveranstaltung von der Firma Hager, dem Biosphärenzweckverband Bliesgau, der Energieagentur Rheinland-Pfalz und dem Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES) aus Saarbrücken.
Wie in den meisten anderen Regionen in Deutschland steht auch im Biosphärenreservat Bliesgau und in der Westpfalz das Thema Elektromobilität noch ganz am Anfang: Ladesäulen sind noch kaum anzutreffen und Elektromobile bislang einer kleinen Gruppe von Trendsettern vorbehalten.
Hager Group Foto5 Elektromobilitaet Treffen 150129

Handlungsbedarf besteht jedoch mehr denn je: Die Anstrengungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Verkehrsbereich sind bislang mehr oder minder verpufft, machte Guillem Tänzer, Mobilitätsexperte des Instituts für Zukunftsenergiesysteme (IZES), deutlich. Falls es aber gelingen sollte, den Strombedarf für elektrisch betriebene Fahrzeuge regenerativ darzustellen, bietet die Elektromobilität auch umweltpolitisch Vorteile gegenüber den fossilen Antriebstechniken. Nicht zuletzt belegen der Masterplan "100% Klimaschutz" für die Biosphäre Bliesgau, aber auch etliche Untersuchungen auf Bundesebene, dass über 80 Prozent der Fahrwege sich innerhalb eines Radius von 20 Kilometer um den Wohnort abspielen. Gerade diese ließen sich somit idealerweise mit Elektrofahrzeugen zurücklegen, so die Schlussfolgerung von Matthias Orth-Heinz, Regionalreferent der Energieagentur Rheinland-Pfalz. Allerdings muss der Ausbau der Elektromobilität einher gehen mit einer veränderten Mobilitätskultur, einer besseren Verknüpfung der Energieträger und einem ausreichenden Angebot des Öffentlichen Verkehrs, so die Überzeugung des Saarbrücker Verkehrsplaners Axel Thös.
Trotz der noch vorhandenen Widrigkeiten bei der Nutzung von Elektromobilen machen bereits etliche Institutionen und Personen davon Gebrauch: Dr. Victor Klein, der Klimaschutzmanager der Verbandsgemeinde Birkenfeld, stellte das Elektro-Bürgerauto der Verbandsgemeinde vor. Hans Wagner, Oberbürgermeister der Stadt St. Ingbert, berichtete von seinen durchweg positiven Erfahrungen mit einem Elektrodienstfahrzeug. Ulrich Reiner schilderte das Modellprojekt "Autobleue", das die Firma Hager in Nizza realisieren konnte. Einen Blick nach vorne warf Marcus Wagner von der Firma SAP in Waldorf: Auch am Standort St. Ingbert plant SAP bis 2020 seinen Fuhrpark weitgehend auf Elektromobilität umzustellen.
Eine Forderung an die Politik richtete der Klimaschutzmanager der Biosphäre Bliesgau, Hans-Henning Krämer: Ohne ein umfassendes Förderprogramm des Bundes und ohne zusätzliche Unterstützung aus Landes- und EU-Programmen für Investitionen in die entsprechende Infrastruktur sei die bis 2020 geplante Zahl an Elektrofahrzeugen und Ladesäulen kaum erreichbar.
Zusammen wollen die beteiligten Partner in den kommenden Wochen und Monaten die Sondierungen nach Fördermöglichkeiten intensivieren und ein Umsetzungskonzept für die Modellregion erarbeiten.

Abschlussveranstaltung Phase 1 "Masterplan 100 % Klimaschutz"

Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Unternehmen trafen sich im Kardinal-Wendel-Haus in Homburg zur Abschlussveranstaltung der Phase 1 des "Masterplan 100% Klimaschutz".

In einer engagierten Rede warb zu Beginn der Minister für Umwelt und Verbraucherschutz, Reinhold Jost, für den Klimaschutz und die Erneuerbaren Energien, gerade auch in der Biosphäre Bliesgau. Anja Mager vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit stellte das Aktionsprogramm "Nationaler Klimaschutz 2020" vor, mit dem der Bund zusätzliche Anstrengungen unternehmen will, die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Auf die Fördermöglichkeiten über die Kommunalrichtlinie 2015/2016 wies Cathrin Gudurat vom Deutschen Institut für Urbanistik (DIFU) hin. Vor allem Kommunen und Landkreise, aber auch Schulen, Hochschulen, Religionsgemeinschaften, kulturelle Einrichtungen und Werkstätten für behinderte Menschen können Anträge zur Erstellung von Klimaschutzkonzepten, zu Energiesparmodellen in Schulen und Kitas, aber auch für investive Maßnahmen bei Beleuchtungs- und Belüftungsanlagen und bei Nachhaltiger Mobilität stellen. Auf Landesebene wird es auch im Jahr 2015 Zuschüsse aus dem "ZEP kommunal" für Wärmedämmmaßnahmen, Solarkollektoren, Holzfeuerungsanlagen, Demonstrationsvorhaben sowie Machbarkeitsstudien geben, so Nicola Sacca, Referatsleiter im saarländischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr. Bilanz aus dem Masterplan zog Prof. Frank Baur vom Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES) in Saarbrücken. Zur Erreichung der weitreichenden Ziele sei vor allem eine Steigerung der Sanierungsquote der Wohngebäude, eine konsequente Nutzung von Abwärme, die Errichtung von Solar- und Windanlagen sowie weitreichende Beteiligungen der Bevölkerung notwendig. Dabei schließen sich Klimaschutz und Biosphäre keineswegs aus, wie der Geschäftsführer des Biosphärenzweckverbands Bliesgau, Walter Kemkes, deutlich machte.

Klima
Eindrücke der Veranstaltung im Kardinal-Wendel-Haus

Biosphärenreservate, so gibt es die UNESCO vor, seien ein wirksames Instrument zum Klimaschutz. In Deutschland befürwortet das von UNESCO und Bundesamt für Naturschutz eingesetzte Kontrollgremium für Biosphärenreservate, das MAB-Nationalkomitee, explizit die Windenergie in den Entwicklungszonen. Zur Planung und Vorbereitung entsprechender Projekte ist allerdings ein offener Prozess des Meinungsaustauschs, Transparenz der Planung und Vertrauen notwendig. Bürgerbeteiligung jeglicher Art erhöhe die Akzeptanz für Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien, machte Jan Hildebrand von IZES deutlich. Dass Klimaschutz Spaß machen kann, vermittelte Bertram Fleck, Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises. Bereits heute produziert der Landkreis weit über seinen eigenen Bedarf hinaus Strom mit Erneuerbaren Energien; Einnahmen aus Pacht, Gewerbesteuer und Beteiligungen dienen auch dazu, die Nahversorgung und das medizinische Angebot in der ländlichen Region zu erhalten. Hans-Ulrich Thalhofer vom Saar-Lor-Lux-Umweltzentrum zeigte am Beispiel des Gersheimer Ortsteils Bliesdalheim auf, wie sich die Dorfbewohner für das schwierige Thema „Gebäudesanierung“ gewinnen lassen. Im Rahmen des Projektes „Unser Dorf – fit für die Zukunft“ beteiligten sich Eigentümer von 20 Gebäuden unterschiedlicher Altersklassen an Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur Modernisierung der Heizungsanlagen. Von der Kampagne "Zu Hause" berichtete Dr.Martin Wörner, Klimaschutzmanager in der Masterplankommune Nalbach. Mit Hilfe von Bierdeckeln, Infoblättern, Informationen im Bekanntmachungsblatt und einer eigenen Website will die Gemeinde die Sanierungsquote privater Gebäude erhöhen. Eva Schwerdtfeger von der Koordinierungsstelle Umwelt und Gesundheit des Saarpfalz-Kreises zeigte schließlich die zahlreichen Verknüpfungspunkte zwischen Klimaschutzthemen und dem EWA(Energie-Wasser-Abfall)-Projekt des Saarpfalz-Kreises auf. Über Wettbewerbe oder den Einsatz einer Klimakiste versuche man dem Anspruch der Schule als Lebens- und Bildungsraum zu entsprechen und umwelt- und klimafreundliches Verhalten zu leben. Die Veranstaltung endete mit einer Abschlussdiskussion, an der neben Anja Mager auch Astrid Klug, Abteilungsleiterin im saarländischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, Doris Gaa, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Saarpfalz, Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND Saarland sowie Richard Schreiner, Präsident der Landwirtschaftskammer für das Saarland teilnahmen.

Pressemitteilungen zum Projekt "Masterplan 100 % Klimaschutz" und weitere Infos

Pressemitteilung vom 30. April 2014

Pressemitteilung vom 21. Mai 2014

Pressemitteilung vom 09. Juli 2014

Vortrag bei BUND-Onlineveranstaltung

Klima2
Wasserkraftwerk in Gersheim und Solaranlage im ehemaligen Kalkwerk Gersheim

 

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