Reptil des Jahres 2020 - Zauneidechse


Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) wählt jedes Jahr entweder ein Reptil oder eine Amphibie des Jahres. 2020 ist wieder ein Reptil an der Reihe und das Rennen gemacht hat die Zauneidechse (Lacerta agilis).

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Das Männchen der Zauneidechse (links) ist gut an den grünen Flanken zu erkennen. Das Weibchen (rechts) ist deutlich unscheinbarer.

Zauneidechsen können Gesamtlängen von ca. 20 cm erreichen. Sie gehören zu den echten Eidechsen und sind von Mittel- und Osteuropa bis nach Vorderasien verbreitet. Sie fressen vor allem Insekten, aber auch Spinnen und Regenwürmer. Bei Gefahr, die ihnen z.B. durch größere Vögel, aber auch Füchse, Marder und streunende Katzen droht, können sie an mehreren Sollbruchstellen ihren Schwanz abwerfen, dieser wächst dann kürzer und schmaler wieder nach.
Die Männchen der Zauneidechsen kann man gut an ihrer grüngefärbten Flanke erkennen. Die Grundfarbe beider Geschlechter ist braun.
Die Zauneidechse wirkt im Vergleich zu anderen Eidechsen recht stämmig mit relativ kurzen Beinen.
Zauneidechsen nutzen als Lebensräume gerne strukturreiche Flächen mit Saum- und Übergangsbereichen wie Waldränder, strukturreiche Offenlandbereiche, Biotope entlang von Straßen, Steinbrüche, Gärten und Friedhöfe.
Die ersten Männchen kann man oft schon im März beobachten, wo sie sich dann in der Sonne wärmen. Die Weibchen erscheinen etwas später und ab Ende April beginnt meistens die Paarungszeit.
Die Weibchen graben an sandigen Stellen Löcher und legen 5-14 Eier ab, die Dauer bis zum Schlupf der Jungen ist von der Umgebungstemperatur abhängig. Die ersten geschlüpften Jungtiere können aber manchmal schon Ende Juli beobachtet werden.Im August können sich schon die ersten Zauneidechsen für die Winterruhe zurückziehen. Es bleiben aber auch viele noch bis in den September aktiv.
Auf der letzten Roten Liste Deutschlands wurde die Art noch auf der Vorwarnliste geführt, im Saarland als „gefährdet“. Die Zauneidechse gehört zu den FFH-Arten, ist also in der ganzen EU streng geschützt und auch ihre Lebensräume dürfen nicht zerstört werden.
Zu ihrem Schutz ist der Erhalt und die Vernetzung ihrer Lebensräume wichtig. Das mosaikartige Ineinandergreifen verschiedener Biotope sichert ihr Überleben.
In der Broschüre zum Reptil des Jahres finden Sie auch Tipps, wie man einen Garten möglichst „zauneidechsenfreundlich“ gestalten kann.
Weitere Informationen zum Reptil des Jahres finden Sie auf der Seite der DGHT und im dazugehörigen Flyer.

Schmetterling des Jahres 2020 – Der Grüne Zipfelfalter


Ein grüner Schmetterling? Wer hat so etwas bei uns schon einmal (abgesehen von tropischen Arten in den Schmetterlingshäusern) gesehen?Aber es gibt ihn auch bei uns zu finden. Allerdings nicht immer ganz einfach, denn natürlich ist er bei weitem nicht so groß wie die Arten, die uns in Schmetterlingshäusern begegnen. Er gehört eher zu den kleineren heimischen Tagfalterarten. Nicht mal halb so groß wie der bekannte Zitronenfalter oder auch das Tagpfauenauge ist er.

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Außerdem zeigt er, anders als das Tagpfauenauge nicht gerne die Oberseiten seiner Flügel, sondern sitzt meist mit zusammengeklappten Flügeln. Das ist aber nicht so schlimm, denn die Flügeloberseite ist braun. Das namensgebende Grün findet sich in der Sonne schimmernd auf seiner Unterseite.
Die Zipfelfalter als Artengruppe gehören zur Familie der Bläulinge und haben oft einen kleines „Schwänzchen“ als Verlängerung einer Flügelader auf dem Hinterflügel. Beim Grünen Zipfelfalter ist das aber kaum zu sehen.
Der Grüne Zipfelfalter bewohnt verschiedene Biotope, nur offen und mager müssen sie sein.  Man sieht aber meist nur einzelne Tiere, im Gegensatz zum Schmetterling des Jahres 2019. Denn das Schachbrett kann man im Hochsommer auf guten, blütenreichen, mageren Wiesen oft massenweise antreffen.
Die ersten Grünen Zipfelfalter kann man Ende März/Anfang April beobachten, die letzten meistens im Juni. Die Art fliegt nämlich nur in einer Generation, d.h. während der Flugzeit werden die Eier gelegt, die erst im kommenden Jahr wieder neue Falter ergeben.
Die Raupen sind dabei nicht sehr wählerisch: von verschiedenen Brombeer-Arten (deshalb trägt er als deutschen Namen auch den Namen „Brombeer-Zipfelfalter), über Färberginster, Esparsette und Faulbaum bis zum Sonnenröschen fressen die Raupen viele verschiedene Pflanzen.
Also: Augen offenhalten und vielleicht können Sie den Grünen Zipfelfalter auf einem Spaziergang im Bliesgau entdecken!

Die Efeu-Seidenbiene - eine Wildbiene, die den Herbst einläutet

Beim Thema Insektensterben denken viele immer direkt an die Honigbiene, aber es gibt so viel mehr Insekten, die vielfach völlig unbekannt sind. Die Honigbiene als Haustier des Menschen gehört auch nicht zu den bedrohten Arten. Viele der in Deutschland über 550 Wildbienenarten sind aber akut bedroht oder je nach Region sogar schon ausgestorben.
Aber es gibt auch Arten, die aktuell in Ausbreitung begriffen sind. Oft sind das wärmeliebende Arten, die vom Klimawandel profitieren.Eine davon wollen wir mit diesem Artikel vorstellen:
Während sich Honigbienenvölker langsam auf die Überwinterung vorbereiten, wird die Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae) erst aktiv.
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Allerdings weiß man gar nicht so viel über ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet, denn die Art wurde erst 1993 wissenschaftlich beschrieben. Sie wurde vorher immer für eine sehr ähnliche Art gehalten. Zumal zu ihrer Hauptflugzeit auch nicht mehr viele Wildbienenspezialisten im Gelände unterwegs sind, weil die meisten anderen Wildbienen dann nicht mehr fliegen.
Denn die Efeu-Seidenbiene nutzt als Nahrungspflanze - wie ihr Name schon sagt - hauptsächlich die Blüten des Efeus und der blüht erst sehr spät im Jahr. Deshalb kann man sie ab September bis manchmal in den November hinein finden. Am erfolgversprechendsten ist es dabei natürlich blühenden Efeu nach einer Biene abzusuchen, die etwa so groß wie eine Honigbiene ist. Der Hinterleib bei Seidenbienen ist aber spitz zulaufend und die Binden auf dem Hinterleib sind viel deutlicher ausgeprägt als bei Honigbienen.
2012 wurde die Art erstmals im Saarland nachgewiesen. Auch in vielen anderen Teilen Deutschlands wurde sie erst im Laufe der letzten 10 Jahre erstmals gefunden.Die Art lebt wie die meisten anderen Wildbienen solitär, d.h. dass keine Staaten gebildet werden wie bei Honigbienen oder vielen Hummelarten. Die Art legt ihre Brutröhren in lockerer Erde oder Sand an. Die Stellen sollten besonnt und nur wenig bewachsen sein. Es kann aber sein, dass an solchen Stellen dann mehrere Weibchen ihre Röhren anlegen und so eine ganze Kolonie von Efeu-Seidenbienen entsteht. Es kann auch passieren, dass sich solch eine Kolonie in einem Sandkasten ansiedelt. 
Die Efeu-Seidenbienen sind aber wie die meisten Wildbienen sehr friedlich. Sie stechen höchstens dann zu, wenn ihr Leben bedroht ist, also z.B. wenn sie in der Hand gehalten werden oder man versehentlich auf sie tritt. Ihr Stich ist aber nicht so schlimm wie der Stich einer Honigbiene.
Der Efeu ist nicht nur für die Efeu-Seidenbiene eine wichtige Nahrungspflanze. Auch für viele andere Insektenarten ist er um diese Jahreszeit eine wichtige Nahrungsquelle. Außerdem wird er, wenn er an Mauern, Garagen- oder Hauswänden wächst, auch gerne von Haussperlingen, Amseln oder auch anderen Arten als Nistgelegenheit genutzt.

Kopfunter auch am Futterhaus – der Kleiber

Jetzt im Winter ist es für viele wieder Zeit die Vogelfutterhäuser nach draußen zu stellen und den Vögeln die verschiedensten Körner und Nüsse anzubieten.Was gibt es auch Entspannenderes an kalten Wintertagen als den gefiederten Besuchern beim Kampf um die besten Körner zu zusehen.
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Aber kennen Sie auch die Arten, die sich an Ihrem Futterhaus einfinden?
Wir wollen mit dem Kleiber eine recht häufige und vor allem gut zu erkennende Art vorstellen.
Der Kleiber entstammt der Familie der Kleiber und wird ab und an auch als „Spechtmeise“ bezeichnet. Er ist oft quirlig wie eine Meise und läuft an Baumstämmen entlang und sucht dort hackend nach Insekten wie ein Specht. Aber er kann etwas, was Spechte nicht können: er läuft auch mit dem Kopf nach unten an Bäumen entlang!
Die Körperlänge des Kleibers entspricht in etwa der einer Kohlmeise. Sein Bauch ist hellbraun während sein Rücken blaugrau gefärbt ist. Er hat einen kräftigen, grauen Schnabel und einen schwarzen Augenstreifen.
Sein Name „Kleiber“ kommt davon, dass er bei Bruthöhlen und Nistkästen, die er nutzt, den Eingang mit Lehm so verkleinert, dass er hindurch schlüpfen kann, aber es Räubern so erschwert wird, an seine Brut zu gelangen.
Kleiber sind Standvögel und deshalb auch im Winter häufig zu beobachten. Sie brüten gerne in Laubmischwäldern, aber auch in Parks und Gärten. Sie benutzen Asthöhlen, alte Spechthöhlen aber auch Nistkästen als Brutplatz.
Größere Samen und Nüsse wie Eicheln oder ganze Erdnüsse bringt er zur nächsten Astgabel um sie dort mit seinem Schnabel besser bearbeiten zu können.
Längere baumlose Strecken meidet er, deshalb ist er in Innenstädten seltener zu finden als z.B. in Waldrandnähe.
Er gilt als nicht gefährdet, so dass man an vielen Futterhäusern seine akrobatischen Künste beim Futtern von Meisenknödeln beobachten kann.
Mehr Informationen zu häufigen Vögeln am Futterhaus finden Sie u.a. auf den Seiten des NABU unter:  https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/vogelportraets/

Mehl- und Rauchschwalben, gefährdete Mitbewohner


„Wenn Schwalben niedrig fliegen, wird man Regenwetter kriegen“, lautet eine bekannte Bauernregel, die sich auf Schwalben bezieht. Davon gibt es noch viele weitere wie „An Mariä Geburt fliegen die Schwalben furt.“. Daran erkennt man, dass die Schwalben schon lange in der Nähe der Menschen wohnen und diese in den vergangenen Jahrhunderten das Verhalten der Schwalben beobachtet und versucht haben, daraus Regeln z.B. bezüglich des kommenden Wetters abzuleiten.

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Die Rauchschwalbe (links) hat eine rostfarbene Kehle und lebt meist in Ställen, die Mehlschwalbe (rechts) sucht sich gerne Dachüberstände zum Nestbau.

Früher gab es in jedem Dorf Schwalbenkolonien.Heute gibt es auch im Bliesgau bereits Dörfer, in denen man suchen muss, um noch brütende Schwalben zu finden.

Grundsätzlich finden sich in unseren Dörfern zwei Schwalbenarten: die Rauchschwalbe, die man vor allem auf Bauernhöfen findet und die gerne in Ställen wohnt und die Mehlschwalbe, die meist unter Dachvorsprüngen nistet.Beide Arten haben oberseits ein dunkles, blau-schwarzes Gefieder, während die Bauchseite weiß ist. Die Rauchschwalbe kann man von der Mehlschwalbe durch ihren rost-farbenen Kehlfleck und den längeren, tiefgegabelten Schwanz unterscheiden.Leider sind beide Arten, die früher aus unseren Dörfern kaum wegzudenken waren, mittlerweile gefährdet.

Es werden immer noch Nester illegal entfernt, denn viele wissen nicht, dass die Nester auch wenn die Schwalben im Winter im Süden sind, geschützt sind. Wenn ein Haus saniert wird und die Nester deshalb entfernt werden müssen, sollten die Bauarbeiten also erst im Herbst anfangen, wenn die Schwalben schon weg sind und nach Beendigung der Arbeiten kann man dann Kunstnester anbringen.

Denn die Schwalben haben heute auch ein Problem geeignetes Baumaterial zu finden. Nester werden aus kleinen Lehmklümpchen gebaut, den sie an Pfützen sammeln. Weil heute alle Straßen und Wege in den Dörfern aber asphaltiert sind und Baumaterial so rar geworden ist, müssen wir den Schwalben etwas unter die Arme greifen.Man kann z.B. eine Lehmpfütze für Schwalben anlegen: https://niedersachsen.nabu.de/imperia/md/content/niedersachsen/schwalben/anleitung_lehmpf__tze.pdf oder Mehlschwalbennisthilfen kaufen oder selbst bauen und am Haus anbringen.

Der Grasfrosch – Lurch des Jahres 2018

Der Grasfrosch ist, anders als der Name vielleicht vermuten lässt, nicht grün, sondern braun gefärbt. Damit gehört er mit den beiden ähnlichen Arten Spring- und Moorfrosch zu den sogenannten „Braunfröschen“. 
Den Namen verdankt er seiner Lebensweise in der Gras- und Krautschicht von Wiesen und lichten Wäldern. Von den drei Braunfroscharten ist der Grasfrosch in Deutschland die häufigste Art und auch im Saarland weit verbreitet.

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Auch der Glashütter Weiher wird vom Grasfrosch als Laichhabitat genutzt.

Grasfrösche können bis zu elf Zentimeter lang werden und werden vor allem im zeitigen Frühjahr (Mitte/ Ende Februar bis Ende März) auf ihren Wanderungen zu ihren Laichgewässern häufig beobachtet.  An Tümpel, Gräben, Seen, Weihern und Gartenteichen legen die Weibchen Laichballen mit 700-4 000 Eiern ab. Aus ihnen schlüpfen die Kaulquappen, die ihre Metamorphose in wenigen Wochen durchleben und als 10-15 mm kleine Frösche an Land gehen. Man findet sie meist nur während der Fortpflanzungszeit am Gewässer, danach wandern sie wieder in ihre Landlebensräume: Wiesen, Wälder, Gebüsche, Parks und Gärten.
Dort gehen sie meist nachts auf die Jagd nach Insekten, Asseln, Würmer, Schnecken und Spinnen. Tagsüber verstecken sie sich an feuchten Plätzen unter Steinen oder Totholz.In Acht nehmen muss sich der Grasfrosch vor Mardern, Füchsen, Reihern, Greifvögeln etc., die ihn zum Fressen gern haben.
Mehr Infos zum Grasfrosch gibt es auch unter: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/amphibien-und-reptilien/amphibien/artenportraets/23803.html

Der Lurch des Jahres wird von der DGHT (der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde) gewählt. Auf ihrer Kampagnenseite finden sich noch ausführlichere Materialien zum Grasfrosch, aber auch zu den bisher gewählten Reptilien und Amphibien der vergangenen Jahre.

Wandern im Frühjahr – auch für Amphibien essentiell

Sicherlich kommt Ihnen diese Situation bekannt vor: Sie fahren in der Dämmerung über eine Landstraße, die an eine Wiese oder ein Waldstück angrenzt. Plötzlich sehen Sie vor sich auf der Straße viele Kröten, fast nicht vom nassen Laub zu unterscheiden, die versuchen über die Straße auf die andere Seite zu gelangen. Doch warum tun sie das?

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Die Männchen lassen sich oftmals auf dem Rücken der Weibchen zum Laichgewässer transportieren.

Der Star – Vogel des Jahres 2018

Der Star ist etwas kleiner als eine Amsel und sowohl im Prachtkleid (das Federkleid, dass während der Brutzeit getragen wird) als auch im Schlichtkleid ein hübsch anzusehender Vogel. Das Prachtkleid ist schwarz-glänzend. Je nach Lichteinfall schimmert das Gefieder der Vögel dann in grün oder sogar violett. Aber auch das Schlichtkleid ist mit den dunklen Federn und dem hellen Punktmuster darauf auffallend. Die gerade ausgeflogenen Jungvögel haben dagegen in den ersten Wochen mit einem braunen Gefieder noch eine sehr unauffällige Färbung. 
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Im Flug wirken die Flügel der Stare meist dreieckig und spitz. Daran und an ihrem Auftreten in kleineren Trupps, manchmal aber auch in riesigen Schwärmen lassen sie sich gut erkennen.
Zum Vogel des Jahres hat man den Star gewählt, da er zwar noch relativ häufig ist, aber sein Bestand innerhalb von nur 20 Jahren um ca. 1 Mio Brutpaare abgenommen hat. Er wurde von der Stufe „ungefährdet“ (2007) direkt in die Kategorie „gefährdet“ (2015) der Roten Liste eingestuft ohne vorher auf der Vorwarnliste zu stehen.
Der Star ist was seinen Gesang angeht ein wahrer Imitationskünstler. Er kann den Gesang anderer Vögel nachahmen. Gerade in Städten und Dörfern hört man aber auch Stare die mit ihrem Gesang an Türklingeln oder Handy-Klingeltöne erinnern.
Der Vogel des Jahres 2018 hat sich aber auch in anderer Weise an ein Leben in der Nähe des Menschen angepasst und bewohnt neben alten Spechthöhlen und sonstigen Hohlräumen in Bäumen auch gerne Dachgauben oder Hohlräume an Gebäuden und Fassaden. Dabei haben Stare kein Revier wie andere Vogelarten, da sie gerne dort brüten, wo sich auch andere Paare in der Nähe finden und dann oft in kleinen Trupps auf Nahrungssuche gehen.
Am liebsten mögen sie Insekten und Würmer, sie fressen aber auch Früchte und Beeren. Man sieht sie deshalb gerne auf kurzen Wiesen und vor allem Weiden, wo sie am Boden oder sogar auf den Weidetieren nach Insekten und anderem Kleingetier suchen.
Bedroht ist der Star vor allem durch zu intensive Landwirtschaft, aber auch durch Wegfall von Brutstätten bei energetischen Sanierungen.
Weitere Infos zum Star finden Sie auch auf den entsprechenden Seiten des NABU zum  Vogel des Jahres: https://www.nabu.de/news/2017/10/23266.html

Der Waldkauz – Vogel des Jahres 2017

Den diesjährigen Vogel des Jahres hört man öfter, als das man ihn sieht, denn der Waldkauz ist nachtaktiv. Selbst wenn wir des Nachts unterwegs sind, wir haben eben einfach nicht die guten Augen des Waldkauzes. Im dunkeln Wald sieht er uns, aber wir ihn nicht, da er mit seinem braun oder grau gefärbten Gefieder oft nicht auffällt, obwohl er ungefähr so groß wie eine Krähe ist. Seine Zeichnung erinnert nämlich an Baumrinde. Aber gerade im Herbst und Spätwinter ist er mit seinen Rufen zur Balz oder Reviermarkierung gut zu hören. Dieser Ruf wird auch gerne in Film und Fernsehen verwendet, wenn Szenen im nächtlichen Wald gezeigt werden.
Die Paare beginnen schon im Februar oder März mit der Brut. Die Weibchen legen normalerweise zwei bis vier Eier. Die Jungtiere verlassen das Nest im Alter von ca. einem Monat, sind dann aber noch nicht flugfähig. Das dauert noch zwei bis drei Wochen länger. Von den Eltern versorgt werden sie aber noch bis zu einem Alter von knapp drei Monaten. Dann müssen sich die jungen Käuze ein eigenes Revier und einen eigenen Partner suchen.
Waldkauzpaare bleiben meist ein Leben lang zusammen, außerhalb der Brutzeit leben sie aber meist alleine in ihrem gemeinsamen Revier.
Der Waldkauz lebt fast in ganz Europa und ist in Deutschland die häufigste Eulenart. Er ist auch sehr reviertreu, viele Paare bleiben ihr ganzes Leben im selben Umfeld. Dabei ist sein Lebensraum nicht auf Laubwälder beschränkt. Er bewohnt auch Gärten, Parks und Friedhöfe. Nadelwälder aber meidet er. Wichtig für sein Vorkommen sind auch alte Bäume mit entsprechenden Höhlen, in denen er brüten kann.
Auf die Jagd geht er meist nach Kleinsäugern wie Mäusen, Maulwürfen und Ratten. Er frisst aber auch Vögel, Frösche, Kröten, Käfer und Regenwürmer.

Mehr Infos zum Waldkauz gibt es vom NABU unter: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/waldkauz/index.html
Außerdem kann man sich beim NABU das Verhalten von Waldkäuzen bei der Brut live in einer Webcam anschauen: https://blogs.nabu.de/category/vogel-des-jahres/

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Junge Waldkäuze klettern oft schon auf den Bäumen in der Umgebung des Nestes herum, wenn sie noch gar nicht fliegen können. In diesem Stadium werden sie „Ästling“ genannt. (Bildautor: Barbara Böhme)

Der Punker und die Unscheinbare

Jetzt im Spätherbst/Frühwinter beginnt für viele wieder die Zeit der Vogelfütterung.
Unter Experten wird immer wieder gestritten, ob eine Fütterung bei unseren schneearmen Wintern überhaupt nötig ist. Aber wenn man sich heute Gärten mit Kies und Schotter im Vorgarten und kaum heimischen Sträuchern, die im Winter Früchte und Beeren bieten könnten, ansieht, schadet eine Fütterung kaum. Außerdem ist es für viele an kalten Wintertagen ein schöner Zeitvertreib den Vögeln beim Streiten um die besten Körner zu zusehen. Gerade Kinder können hier auf einfache Art einen Teil der heimischen Vogelwelt kennenlernen.
Zwei besondere Vertreter möchten wir deshalb auch in diesem Artikel vorstellen.

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Heckenbraunelle und Haubenmeise sind Beispiele für nicht ganz häufige Besucher am Vogelhaus

Die frechen Meisen sind an vielen Vogelhäusern zu finden. Den meisten Beobachtern sind Kohl- und Blaumeise noch gut vertraut. Ein ebenfalls auffälliger Vertreter der Meisen ist aber nicht so bekannt: die Haubenmeise. Ihr namensgebendes schwarz-weißes Häubchen lässt sie wie einen kleinen Punker aussehen. Der Rest ihres Gefieders ist eher unscheinbar bräunlich, aber mit den abstehenden Federchen am Kopf ist sie schon ein auffälliger, allerdings nicht unbedingt häufiger Besucher am Futterhaus. Da sie bevorzugt in Nadelwäldern lebt, ist sie auch meist eher an Futterhäusern zu finden, wo Nadelwälder oder zumindest ein paar Nadelbäume in der Nähe sind.
Im Gegensatz zur auffälligen „Frisur“ der Haubenmeise, kommt die Heckenbraunelle ganz unscheinbar daher und wird häufig übersehen. Sie ist braun und grau gefärbt und ca. 15 cm lang. Sie lebt an Waldrändern, in Gebüschen, in Parks und in Gärten. Sie kommt meist nicht direkt an die Futterspender, sondern sucht eher am Boden um ein Futterhaus nach dem, was andere Vögel hinunter geworfen haben. Sie huscht bei Anzeichen von Gefahr schnell wieder in die nächste Hecke.
Der Bestand in Deutschland wird auf über eine Million Brutpaare geschätzt, aber aufgrund ihrer unauffälligen Färbung und entsprechenden Verhaltens am Futterhaus, ist sie vielen unbekannt.
Mehr Informationen zu häufigen Vögeln am Futterhaus finden Sie u.a. auf den Seiten des NABU unter: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/vogelportraets/

Der Feuersalamander – Lurch des Jahres 2016

Vom Feuersalamander haben die meisten sicherlich schon gehört oder gelesen. Ein Tier tatsächlich live gesehen, haben aber wahrscheinlich die wenigsten.
Feuersalamander sind nämlich nachtaktiv und vor allem in feuchten, regnerischen Nächten zu finden. Sie leben meist in Laub- und Mischwäldern, in denen es kleinere Bäche und Quellen gibt.

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Die ausgewachsenen Feuersalamander findet man vor allem in feuchten Nächten, die Larven finden sich in kühlen Gewässern im Wald.

Feuersalamander in unseren Breiten werden ca. 15 cm lang und sind durch ihre gelb-schwarze Färbung (in seltenen Fällen können die sonst gelben Farbpartien auch orange bis rötlich gefärbt sein) unverwechselbar. Anhand der Musterung lassen sich sogar die einzelnen Individuen voneinander unterscheiden, wie beim Fingerabdruck eines Menschen.

Im Gegensatz zu anderen Amphibien setzt das Feuersalamander-Weibchen, meist im Frühjahr, weit entwickelte, kiementragende Larven in geeignete Gewässer ab. Die Larven lassen sich gut an den hellen Flecken der Beinansätze und den Außenkiemen erkennen.
Sie benötigen fischfreie, nährstoffarme und kühle Gewässer. Im Sommer bis Frühherbst sind die Jungtiere dann so weit entwickelt, dass sie an Land gehen können. Sie werden aber erst mit zwei bis vier Jahren geschlechtsreif.
Ausgewachsene Feuersalamander verstecken sich tagsüber unter Laub, Steinen oder Totholz. Nachts gehen sie dann auf Nahrungssuche und fressen Insekten, Schnecken oder Spinnen. Dabei bewegen sie sich meist sehr langsam, denn sie sondern durch spezielle Drüsen ein Hautsekret ab, das sie vor Feinden schützt.

  • einen Link zu einem Video mit einem Feuersalamander in Aktion finden Sie hier

Die Art ist in Deutschland „besonders geschützt“, gilt aber zurzeit noch als „ungefährdet“. International trägt Deutschland eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Art, da ein großer Teil der Weltpopulation hier vorkommt.

Der Lurch des Jahres wird von der DGHT (der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde) gewählt. Auf ihrer Kampagnenseite finden sich noch ausführlichere Materialien zum Feuersalamander, aber auch zu den bisher gewählten Reptilien und Amphibien der vergangenen Jahre.

Der Stieglitz – Vogel des Jahres 2016

Der Stieglitz wird auch Distelfink genannt und gehört wie dieser Name schon sagt, zur Familie der Finken. Mit einer Körperlänge von 12-13 cm ist er kleiner als der bekanntere Buchfink. Sein auffallendstes Merkmal ist aber seine kräftig rote Gesichtsmaske und eine deutliche abgesetzte gelbe Binde im Flügel. Ansonsten ist sein Gefieder hellbraun mit schwarz und weiß vor allem an den Flügeln und dem Schwanz.

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Der Stieglitz bei einer Vogelberingung und zwei Tiere bei der Nahrungssuche.

Stieglitze sind meist in kleineren Trupps anzutreffen, in denen sie die Umgebung auf der Suche nach Nahrung durchstreifen. Er ernährt sich hauptsächlich von Sämereien z.B. von Disteln, aber auch von Gräsern und Bäumen.
Zum Vogel des Jahres wurde er vom NABU gewählt, da sein Bestand in Deutschland in den letzten 20 Jahren um fast 50 % abgenommen hat. Dabei kann jeder etwas zum Erhalt dieses farbenfrohen Gesellen beitragen.
Durch seine Nahrungsvorlieben ist er auf vielfältige Lebensräume angewiesen, die ihm möglichst ganzjährig Nahrung zur Verfügung stellen. So sind für ihn bunt-blühende Wegsäume und Brachflächen geeignet, die mit ihrer Vielfalt an Arten auch zu verschiedenen Zeiten Sämereien bieten. Auch Parks und Gärten können so gestaltet werden, dass sich Stieglitze hier wohl fühlen. Wichtig ist hierbei nur, dass möglichst viele heimische Wildkrautarten für den Stieglitz, aber natürlich auch viele andere Arten zur Verfügung stehen.
Der Stieglitz steht also stellvertretend für die Arten, die durch eine immer intensivere Landwirtschaft, die Bebauung von Brachflächen, aber auch die artenarme Gestaltung vieler Gärten (mit Kies und englischem Rasen) gefährdet sind.
Mit dem Sichern oder Neuanlegen von wildkräuterreichen Blühflächen können Gartenbesitzer, Firmen, Vereine und Kommunen ganz einfach für die Artenvielfalt und den Stieglitz in ihren Heimatorten tätig werden.
Dabei können sie dann auch bei der Aktion „Bunte Meter für Deutschland“ des NABU mitmachen.
Mehr zum Stieglitz finden Sie auch auf den Seiten zum Vogel des Jahres 2016 beim NABU-Bundesverband.

Vogel des Jahres 2019 – die Feldlerche

Die Feldlerche war bereits 1998 „Vogel des Jahres“. Sie ist bei uns in Deutschland ein typischer Brutvogel der Agrarlandschaft. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft hat die Art aber stark abgenommen. In Deutschland geht man davon aus, dass allein zwischen 1980 und 2005 der Bestand um 30 % zurückgegangen ist. Deshalb steht die Feldlerche in der letzten Roten Liste der Brutvögel Deutschlands auch bereits in der Kategorie 3 („Gefährdet“).

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Die Feldlerche in ihrem Lebensraum.

Die Feldlerche hat ein großes Verbreitungsgebiet das von Portugal bis Kamtschatka und von der Nordspitze Norwegens bis Nordafrika reicht.Sie ist etwas kleiner als ein Star und wiegt meist 30 – 45 g. Wenn sie sich im Frühjahr auf den Feldern aufhalten, sind sie am Boden meist nur dann zu sehen, wenn sie kurz auffliegen oder nach einem ihrer Singflüge wieder am Boden landen. Mit ihrem Gefieder in unterschiedlichen Brauntönen sind sie nämlich perfekt getarnt. Die Singflüge dienen der Reviermarkierung, dabei steigen die Männchen mit schnellen Flügelschlägen immer höher, teilweise kreisen sie dann über dem Revier, bevor sie langsam wieder hinab gleiten. Dabei singen sie durchgehend.

Die Feldlerche brütet am liebsten in niedriger, lückiger Vegetation, weshalb sie bei uns meist auf Äckern zu finden ist. Dort scharrt sie sich eine kleine Mulde, die sie mit pflanzlichem Material auskleidet. Gelege bestehen meist aus 2-6 Eiern und werden ca. 11 Tage bebrütet. Die Jungen verlassen das Nest nach 7-11 Tagen und sind nach 30 Tagen selbständig.
Die Nahrung der Feldlerche besteht im Winter hauptsächlich aus pflanzlichem Material, im Frühjahr und Sommer frisst sie vor allem kleine Insekten, Schnecken, Regenwürmer und Spinnen.

Die Feldlerche ist ein noch verbreiteter Brutvogel auf den Äckern und Wiesen des Biosphärenreservates.Mit die höchsten Siedlungsdichten hat  der Hartungshof und das Offenlandgebiet bei Utweiler.Trotzdem gibt es auch im Biosphärenreservat Bliesgau Rückgänge der Population durch intensive Landwirtschaft.
In Studien haben sich sogenannte Lerchenfenster als wirksame Schutzmaßnahme für Feldlerchen, aber auch andere Bodenbrüter erwiesen. Dabei werden bei der Einsaat von Äckern immer wieder mehrere Meter große Stücke ausgelassen, so dass inmitten der Felder kleinere, wenig bewachsene Flächen vorhanden sind, auf denen Feldlerchen ihre Nester anlegen können.
Mehr Infos zur Feldlerche finden Sie auch unter: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/1998-feldlerche/index.html, dort können Sie sich auch den Gesang der Feldlerche anhören und vielleicht achten Sie beim Spaziergang im nächsten Frühjahr mal darauf und können die Feldlerche dann auch bei uns bei ihren Singflügen beobachten.

 

Insekt des Jahres 2019 – die Rostrote Mauerbiene

Die ersten Blüten im Frühjahr nach der langen, kalten Jahreszeit erfreuen nicht nur uns Menschen, sie sind auch lebensnotwendig für die Bestäuber, die in den ersten warmen Tagen ihr Winterversteck verlassen oder wie die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) in den ersten Apriltagen schlüpfen.

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Die Rostrote Mauerbiene nutzt auch gerne bereitgestellte Wildbienennisthilfen.

Die Eier aus denen sich diese Wildbienen-Art entwickelt wurden schon im Mai oder Juni des Vorjahres gelegt. Die Larven die aus diesen Eiern geschlüpft sind, haben sich in ihren Brutzellen über den Sommer von dem Vorrat ernährt, den das Weibchen vorher als Pollen und Nektar gesammelt hat. Irgendwann verpuppt sich dann die Larve und schlüpft im nächsten Frühjahr als fertige Biene und der Lebenszyklus beginnt von vorn. 
Die Weibchen haben einen braungelben Pelz am Thorax, die ersten Hinterleibssegmente sind ebenfalls braungelb behaart, der Rest schwarz. Die Männchen haben am Rücken und Schildchen eine rötlich-braungelbe Behaarung, Brust- und Vorderschenkel sowie der Kopfbereich sind weißlich behaart. Wegen der starken Behaarung werden diese Wildbienen auch oft mit Hummeln verwechselt.
Bei der Rostroten Mauerbiene sind die Männchen, wie bei vielen anderen Insekten auch, nur für die Paarung von Nöten. Bei dem Anlegen der Nester spielen sie keine Rolle.Die Rostrote Mauerbiene gehört wie viele andere Wildbienen auch zu den solitären Bienen. Hier gibt es nicht wie bei der Honigbiene einen Staat mit einer Königin und Arbeiterinnen, die dann die Brut versorgen, sondern das Weibchen muss sich ganz alleine um die Pflege seiner Brut kümmern.
Dazu baut das Weibchen sogenannte Brutzellen. In jede Zelle kommt ein einzelnes Ei und genug Vorrat an Nektar und Pollen, damit die Larve gut gedeihen kann. Die Rostrote Mauerbiene lebt in Deutschland auch gerne im Siedlungsbereich, denn sie ist sehr anspruchslos und belegt auch gerne Wildbienennisthilfen.
Die Art bewohnt in Nisthilfen z.B. Bambusrohr mit einem Innendurchmesser von 8-9 mm und einer Länge von 20 cm. Am besten sollte eine solche Nisthilfe dann an der sonnenseitigen Hauswand oder einer anderen größeren Fläche angebracht werden.Die Mauerbienen sind friedfertig und können an den Nisthilfen auch von Kindern gut beobachtet werden.Die Art selbst ist nicht gefährdet, aber sie soll stellvertretend auf die Gefährdung der Wildbienen (von denen es in Deutschland über 500 Arten gibt) und anderer Insekten aufmerksam machen.

 

Der Bierschnegel – Wo gibt es sie noch, diese vom Aussterben bedrohte Schnecke?

Erzählt von Anita Naumann

April 2018: Bei einem Spaziergang durch Blieskastel fällt mir eine relativ große, helle Schnecke auf. Vielleicht ein helles, noch nicht ausgewachsenes Exemplar vom Tigerschnegel? Zur Sicherheit mache ich ein paar Fotos, kann ja nicht schaden. Außerdem steht  zu Hause das Buch „Die Landschnecken Deutschlands“.

schnegelDer Bierschnegel ist meist gelb- oder grünlich gefärbt. Wenn Sie auf das Foto klicken, können Sie es größer sehen.

Aber auch nach mehrmaligem Blättern im Buch bin ich mir unschlüssig. Am meisten Ähnlichkeit hat meine Schnecke mit dem abgebildeten „Bierschnegel“, aber der gilt in ganz Deutschland als vom Aussterben bedroht. Im Netz findet man zu ihm Überschriften wie „Nach 90 Jahren in Niedersachsen wiederentdeckt“. Eine so seltene Schnecke soll ich durch Zufall gefunden haben? Gibt es keine häufige Art, die vielleicht doch in Frage kommen könnte? 
Außerdem gilt der Bierschnegel als nachtaktiv und lebt gerne in Kellern. Und ich habe ihn tagsüber an einer Mauer gefunden. Allerdings gibt es in Blieskastel vielleicht schon geeignete alte Keller?
Aber wen könnte ich fragen, wer kennt sich denn mit Schnecken aus? Ich kenne Fachleute aus so vielen Artengruppen, aber in der Delattinia (der naturforschenden Gesellschaft des Saarlandes) fällt mir niemand ein, der sich mit Schnecken befasst. Also lege ich die Fotos einfach in meinem Archiv ab, vielleicht findet sich mal jemand, der mir bei der Frage helfen kann.
Dann findet im Juni diesen Jahres eine Tagung der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft statt. Forscher also die sich mit Schnecken und Muscheln befassen. Leider verpasse ich zwar den Termin, aber in den Nachberichten höre ich, dass auch jemand vom saarländischen Zentrum für Biodokumentation teilgenommen hat. Kurz nach meinem Sommerurlaub treffe ich ihn auf einem Außentermin und mir fällt die Schnecke aus meinem Archiv wieder ein. Ich spreche ihn also darauf an. Kann es den Bierschnegel im Saarland geben?
Wir verabreden, dass ich ihm die Bilder zu schicke. Das mache ich noch am selben Abend. Und erhalte auch kurz darauf schon die Antwort, dass er es zumindest für möglich hält. Aber weil er sich auch nicht ganz sicher ist, leitet er sie noch an einen Schneckenkenner weiter. Von dem kommt ein paar Tage die Bestätigung: Es ist tatsächlich der Bierschnegel!
Und jetzt? Jetzt hab ich den Salat! Jetzt soll ich nämlich auch noch einen Artikel zu meinem Fund für einen der nächsten Jahresbände der naturforschenden Gesellschaft des Saarlandes schreiben und für die Webseite auch noch und natürlich noch für den Newsletter auf der Arbeit, immerhin stammt der Fund aus dem Biosphärenreservat.
Der für die Arbeit ist noch nicht so schlimm. Da berichte ich einfach von meinem „Glück“ und brauche nicht ganz so viel zu recherchieren. Aber der wissenschaftlich fundierte Artikel für die Delattinia, das wird auf jeden Fall richtig Arbeit!
Wie lange liegt der letzte Fund im Saarland zurück? Das lässt sich zumindest auf die Schnelle nicht klären. Es gibt eine Rote Liste der bestandsgefährdeten Schnecken und Muscheln des Saarlandes. Die ist 1997 erschienen. Darin wird der Bierschnegel wie in ganz Deutschland als „vom Aussterben bedroht“ geführt. Die gibt es natürlich nicht im Netz. Da der Herausgeber das saarländische Umweltministerium war, frage ich erst mal dort nach, ob die dort noch vorliegt. Mit deren Hilfe werde ich dann hoffentlich nach weiteren Veröffentlichungen und wissenschaftlichen Arbeiten graben können. Um dann meinen Artikel zu schreiben über eine einzige Schnecke. Aber vielleicht gibt es ja bis dahin noch weitere Funde, denn jetzt kommen Sie, liebe Leser, ins Spiel:
Vielleicht haben Sie schon einmal eine Schnecke wie hier abgebildet gesehen und sogar fotografiert? Mein Fund war 2018 in Blieskastel, hier soll es noch einige alte Felsenkeller geben, die als Lebensraum für den Bierschnegel geeignet sein könnten. Aber vielleicht gibt es auch in anderen Gemeinden noch gut geeignete Gemäuer?
Deshalb meine Bitte an Sie: halten Sie die Augen offen (vor allem, wenn Sie im Dunkeln an alten Gemäuern unterwegs sind) oder vielleicht haben Sie selbst einen alten Felsenkeller in den Sie mal einen Blick reinwerfen könnten? Oder wie ich eine große grünlich-gelbliche Schnecke mit Fleckenmuster und  grauem Kopf und Fühlern beobachtet und festgehalten?
Schreiben Sie mir, wenn Sie einen Bierschnegel fotografiert haben unter Cette adresse e-mail est protégée contre les robots spammeurs. Vous devez activer le JavaScript pour la visualiser. und vielleicht kann ich dann in meinem Fach-Artikel nicht nur von meinem Fund, sondern auch von weiteren berichten.

 

Pflanzenarten im Bliesgau

  • Ackerwachtelweizen
  • Affen-Knabenkraut
  • Baerlauch 2
  • Baerlauch 3
  • Baerlauch
  • Bergaster
  • Bergklee
  • Bocksriemenzunge
  • Breitbaelttriges Wollgras
  • Esparsette
  • Feldahorn
  • Fransenenzian
  • Goldnessel
  • Herbstzeitlose
  • Hornklee
  • Kalk-Kreuzbluemchen
  • Kuckuckslichtnelke
  • Kuechenschelle
  • Maigloeckchen
  • Moschuskraut
  • Moschusmalve
  • Muecken-Haendelwurz
  • Schwalbenwurz
  • Seidelbast
  • Sumpfstendelwurz
  • Tausengueldenkraut
  • Waldbingelkraut
  • Wiesensalbei
  • Wundklee
  • gelbes Windroeschen
  • hohe Schluesselblume
  • kleines Wiesenvoegelchen
  • stengellose Kratzdistel
  • zweiblaettriger Blaustern

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Diversité biologique dans la réserve de biosphère de Bliesgau

La biodiversité ou la diversité biologique est la diversité des organismes vivants sur la Terre. Il ne s’agit pas seulement de la diversité des espèces mais aussi de la diversité génétique d’une espèce ainsi que de la diversité des écosystèmes.
Les paysages naturels nationaux, dont la réserve de biosphère de Bliesgau, se doivent d’aider à protéger cette diversité. A peu près 30 % de la superficie de l’Allemagne sont des paysages naturels nationaux : 14 parcs nationaux, 15 réserves de biosphère et environ 100 parcs naturels font partie d’eux.

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Ameisenbläuling                                                           Klappertopf

Etant donné que le nombre d’espèces dans le monde a reculé d’à peu près de 40 % lors des 30 dernières années, ces mesures de protection sont très importantes. Les forêts tropicales ne sont pas les seules touchées, puisqu’on peut aussi observer un recul dramatique en Allemagne : les écosystèmes et les espèces sont menacées ainsi que la biodiversité agricole.

Sous le terme « biodiversité agricole » on comprend la diversité des plantes cultivées et des animaux productifs car il y a aussi quelques races anciennes d’animaux domestiques qui sont menacées de disparition actuellement. 84 % des bovins en Allemagne font partie de seulement quatre races bien qu’il y ait plus de 100 races différentes en Europe.
C’est la raison pour laquelle le gouvernement de l’Allemagne a opté pour une « stratégie nationale pour la diversité biologique » et a également fait de 2010 « année de la diversité biologique » pour attirer l’attention du public sur la menace de cette diversité.

Dans le contexte de la biodiversité on parle aussi de « hot spots » (points chauds). Ceux-ci sont des territoires ou des biotopes qui disposent d’un très grand nombre d’espèces. Les prairies semi-sèches de calcaire, les prairies d’orchidées ainsi que les pré-vergers de Bliesgau sont particulièrement riches en espèces ou disposent d’espèces particulièrement précieuses et rares.

Les animaux dans la réserve de biosphère de Bliesgau

La faune est aussi importante que la flore pour la réserve. Les espèces, spectaculaires et menacées d´extinction au niveau national qui peuplent la région, sont moins mises en valeur que les nombreuses espèces typiques de la région, qui vivent en partie au bord de leur territoire et que les espèces qui aiment la chaleur. Il est à noter que les types de biotopes, lesquels sont importants pour la flore de Bliesgau (prairies de calcaire avec une apparition abondante d´orchidées), sont aussi en particulier d´importants habitats pour la faune.
Les grands groupes à nommer sont : les insectes (sauterelles, papillons, cigales), les oiseaux comme par exemple l´alouette lulu, la pie-grièche à tête rousse, la pie-grièche écorcheur ou les reptiles qui, on veut nommer la faune typique de Bliesgau des prairies calcaires, se sont principalement adaptés aux prairies calcaires.

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Goldener Scheckenfalter                                                    Zauneidechse

Les particularités à nommer chez les mammifères seraient : le castor, qui après la réintroduction réussie dans l’Ill et la région de Bliesgau a été remis en liberté/mis dehors et qui s´est propagé sur tout le site, et les différentes espèces de chauve-souris, qui ont par exemple leurs quartiers d´hiver dans les grottes de Schlossberg à Homburg et dans les anciennes mines calcaires de Gersheim.
Les espèces parmi les oiseaux, à part les noms déjà cités ci-dessus, à nommer sont le milan royal et la cigogne blanche, espèces prestigieuses/remarquables, en plus de la chouette chevêche (ou chevêche d´Athéna), ambassadrice de l´ancien paysage culturel et animal typique des pré-vergers.
Parmi les reptiles et les amphibiens, les espèces particulières à nommer sont : le sonneur à ventre jaune, le triton crêté, le lézard des murailles, la coronelle lisse.
Comme seule région sarroise, la région de Bliesgau abrite toutes les espèces actuelles de papilionidés  reconnues par la directive 92/43/CEE (Azuré des paluds, Azuré de la sanguisorbe, Azuré du serpolet, le Grand cuivré, le damier des marais ou damier de la succise).

 

Plantation / végétation

Dans le nord de la réserve, plus exactement dans la partie nord du grès bigarré, les zones urbaines dominent à côté des biotopes de population, des collines d´hêtraies mésophiles avec des vallées de fond marécageuses.

Dans le sud, les sites paysagers abritent comme éléments marquants les prairies semi-sèches, les vastes plaines stériles (essentiellement dans les praires de sauge et d´avoine), les vergers, les forêts d´hêtraies, les gaillets dorants sur le calcaire coquillier. 25 des 50 espèces d´orchidées existant en Allemagne proviennent de la région.


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Knabenkraut                                                                    Hummelragwurz

Au moins 8 espèces d´orchidées menacées d´extinction au niveau national, qui atteignent souvent dans le sud-ouest de l´Allemagne leur limite de distribution, apparaissent dans les prairies de la réserve en plusieurs et la plupart riches en population. Les apparitions particulièrement importantes sont :

•    L´Homme-pendu (Aceras anthropophorum)
•    L´Orchis pyramidal (Anacamptis pyramidalis)
•    L´Orchis bouc(Himantoglossum hircinum)
•    L´Ophrys bourdon ou ophrys frelon (Ophrys holoserica)
•    L´Orchis singe (Orchis simia), lequel est apparu récemment de toute évidence dans la réserve
•    Le Polygale du calcaire
La grande majorité des endroits allemands où apparaissent les plates subméditerranéennes-atlantiques se trouve dans la réserve de Bliesgau.

Les types d´habitats et les paysages

Contrairement aux autres sites de calcaire coquillier allemands, la réserve de Bliesgau présente une structure géo-morphique nettement différente. Elle entraine en particulier dans le cadre de  diverses formes d´exploitation du sol à différents endroits d´importantes variations de la situation microclimatique. Il en résulte donc sur un site étroit diverses conditions de vie, ce qui permet l´existence à petite échelle de  divers types d´écosystèmes. Sur le territoire se trouvent donc non seulement des espèces avec des origines méditerranéennes mais aussi des espèces avec des origines continentales ou bien atlantiques.

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Reinheim                                                                        Mohnfeld

La réserve de biosphère de Bliesgau se laisse globalement diviser entre le territoire de calcaire coquillier au Sud et le territoire de grès bigarré au Nord. Mais au sein même des deux territoires, des différences paysagères remarquables apparaissent aussi, qui sont le résultat des processus naturels et de l´influence de l´homme.

La région se caractérise en outre par la rivière « Blies » et sa vallée avec ses vastes zones inondables. Elle est caractérisée par une variation de grandes prairies, roselières, mégaphorbiaies, et de forêts riveraines semi-naturelles.


 

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