Abschlussveranstaltung Phase 1 "Masterplan 100 % Klimaschutz"

Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Unternehmen trafen sich im Kardinal-Wendel-Haus in Homburg zur Abschlussveranstaltung der Phase 1 des "Masterplan 100% Klimaschutz".

In einer engagierten Rede warb zu Beginn der Minister für Umwelt und Verbraucherschutz, Reinhold Jost, für den Klimaschutz und die Erneuerbaren Energien, gerade auch in der Biosphäre Bliesgau. Anja Mager vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit stellte das Aktionsprogramm "Nationaler Klimaschutz 2020" vor, mit dem der Bund zusätzliche Anstrengungen unternehmen will, die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Auf die Fördermöglichkeiten über die Kommunalrichtlinie 2015/2016 wies Cathrin Gudurat vom Deutschen Institut für Urbanistik (DIFU) hin. Vor allem Kommunen und Landkreise, aber auch Schulen, Hochschulen, Religionsgemeinschaften, kulturelle Einrichtungen und Werkstätten für behinderte Menschen können Anträge zur Erstellung von Klimaschutzkonzepten, zu Energiesparmodellen in Schulen und Kitas, aber auch für investive Maßnahmen bei Beleuchtungs- und Belüftungsanlagen und bei Nachhaltiger Mobilität stellen. Auf Landesebene wird es auch im Jahr 2015 Zuschüsse aus dem "ZEP kommunal" für Wärmedämmmaßnahmen, Solarkollektoren, Holzfeuerungsanlagen, Demonstrationsvorhaben sowie Machbarkeitsstudien geben, so Nicola Sacca, Referatsleiter im saarländischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr. Bilanz aus dem Masterplan zog Prof. Frank Baur vom Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES) in Saarbrücken. Zur Erreichung der weitreichenden Ziele sei vor allem eine Steigerung der Sanierungsquote der Wohngebäude, eine konsequente Nutzung von Abwärme, die Errichtung von Solar- und Windanlagen sowie weitreichende Beteiligungen der Bevölkerung notwendig. Dabei schließen sich Klimaschutz und Biosphäre keineswegs aus, wie der Geschäftsführer des Biosphärenzweckverbands Bliesgau, Walter Kemkes, deutlich machte.

Klima
Eindrücke der Veranstaltung im Kardinal-Wendel-Haus

Biosphärenreservate, so gibt es die UNESCO vor, seien ein wirksames Instrument zum Klimaschutz. In Deutschland befürwortet das von UNESCO und Bundesamt für Naturschutz eingesetzte Kontrollgremium für Biosphärenreservate, das MAB-Nationalkomitee, explizit die Windenergie in den Entwicklungszonen. Zur Planung und Vorbereitung entsprechender Projekte ist allerdings ein offener Prozess des Meinungsaustauschs, Transparenz der Planung und Vertrauen notwendig. Bürgerbeteiligung jeglicher Art erhöhe die Akzeptanz für Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien, machte Jan Hildebrand von IZES deutlich. Dass Klimaschutz Spaß machen kann, vermittelte Bertram Fleck, Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises. Bereits heute produziert der Landkreis weit über seinen eigenen Bedarf hinaus Strom mit Erneuerbaren Energien; Einnahmen aus Pacht, Gewerbesteuer und Beteiligungen dienen auch dazu, die Nahversorgung und das medizinische Angebot in der ländlichen Region zu erhalten. Hans-Ulrich Thalhofer vom Saar-Lor-Lux-Umweltzentrum zeigte am Beispiel des Gersheimer Ortsteils Bliesdalheim auf, wie sich die Dorfbewohner für das schwierige Thema „Gebäudesanierung“ gewinnen lassen. Im Rahmen des Projektes „Unser Dorf – fit für die Zukunft“ beteiligten sich Eigentümer von 20 Gebäuden unterschiedlicher Altersklassen an Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur Modernisierung der Heizungsanlagen. Von der Kampagne "Zu Hause" berichtete Dr.Martin Wörner, Klimaschutzmanager in der Masterplankommune Nalbach. Mit Hilfe von Bierdeckeln, Infoblättern, Informationen im Bekanntmachungsblatt und einer eigenen Website will die Gemeinde die Sanierungsquote privater Gebäude erhöhen. Eva Schwerdtfeger von der Koordinierungsstelle Umwelt und Gesundheit des Saarpfalz-Kreises zeigte schließlich die zahlreichen Verknüpfungspunkte zwischen Klimaschutzthemen und dem EWA(Energie-Wasser-Abfall)-Projekt des Saarpfalz-Kreises auf. Über Wettbewerbe oder den Einsatz einer Klimakiste versuche man dem Anspruch der Schule als Lebens- und Bildungsraum zu entsprechen und umwelt- und klimafreundliches Verhalten zu leben. Die Veranstaltung endete mit einer Abschlussdiskussion, an der neben Anja Mager auch Astrid Klug, Abteilungsleiterin im saarländischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, Doris Gaa, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Saarpfalz, Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND Saarland sowie Richard Schreiner, Präsident der Landwirtschaftskammer für das Saarland teilnahmen.