Internationale Tagung der UNESCO im Biosphärenreservat Bliesgau

Vom 11.-13. September ist das Biosphärenreservat Bliesgau Gastgeber des ersten UNESCO-Workshops zum Thema „Erneuerbare Energien und Biosphärenreservate“. 61 Teilnehmer aus 27 Ländern tauschen in St. Ingbert drei Tage lang Erfahrungen über die Nutzung erneuerbarer Energien in Biosphärenreservaten aus.

UNESCO

Veranstalter des Workshops sind das internationale MAB („Man And Biosphere“)-Sekretariat der UNESCO mit Sitz in Paris, das Bundesamt für Naturschutz, das deutsche MAB-Nationalkomitee, das saarländische Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und der Biosphärenzweckverband Bliesgau. Mit dem Workshop leisten wir einen Beitrag zum internationalen Austausch von Akteuren aus Biosphärenreservaten – in einem Themenfeld, das für die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele zukunftsweisend ist. Biosphärenreservate können modellhaft zeigen, wie Naturschutz und die Nutzung erneuerbarer Energien miteinander vereinbar sind.", so Dr. Christiane Paulus, Vorsitzende des MAB-Nationalkomitees.

UNESCO-Biosphärenreservate gelten nicht erst seit der „Dresdner Erklärung“ als wirkungsvolles Instrument zur Abschwächung des Klimawandels und als Anpassungsmodell an die Einflüsse dieses Wandels. „Die Vision des Programms “Mensch und Biosphäre” und seines Weltnetzwerks der Biosphärenreservate ist eine Welt, in der Menschen sich ihrer Verantwortung für ihre gemeinsame Zukunft bewusst sind und sie gemeinsam verantwortlich handeln. Die nachhaltige Nutzung erneuerbarer Energien ist unerlässlich, damit diese Vision Wirklichkeit wird.", so Peter Dogsé, Vertreter des UNESCO-Programms “Der Mensch und die Biosphäre”. Genau vor diesem Hintergrund möchte der erste UNESCO-Workshop zum Thema „Erneuerbare Energien und Biosphärenreservate“:

•    den Austausch von Erfahrungen und guten Praxisbeispielen zwischen Biosphärenreservaten im Bereich Einsatz/Gestaltung nachhaltiger erneuerbarer Energien fördern,

•    Gelegenheiten zur Anwendung und Vorbereitung von gewonnen Erkenntnissen in Biosphärenreservaten auf andere Bereiche, inklusive der Standorte, die nicht als Biosphärenreservate ausgewiesen sind, identifizieren,

•    Gelegenheiten für internationale Vernetzung der Biosphärenreservate als „Beobachtungsstellen“ für Erneuerbare Energie eruieren.

Experten aus dem Weltnetz der Biosphärenreservate diskutieren zwei Tage lang im Rahmen von Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops. Abschließend findet am Mittwoch eine Exkursion statt, in deren Rahmen das Biomasseheizkraftwerk in St. Ingbert, die Freiflächen-Solaranlage im Kalksteinbruch Gersheim sowie die innovative Holzhackschnitzelheizung im Rathaus Gersheim vorgestellt werden.

„Beim Weltgipfel der Biosphärenreservate in Lima habe ich erlebt, was an guten Ansätzen entstehen kann, wenn Vertreter so vieler Länder und Biosphärenreservate an einem Tisch sitzen und weltweite Erfahrungen austauschen. Ich bin stolz, nun selbst Gäste aus aller Welt zu einer ähnlichen Veranstaltung willkommen heißen zu können.“, so der Verbandsvorsteher des Biosphärenzweckverbandes, Dr. Theophil Gallo. Für den saarländischen Umweltminister Reinhold Jost „sind Biosphärenreservat, Klimaschutz und die Nutzung erneuerbarere Energien kein Widerspruch. Im Gegenteil: nur wenn wir eine angemessene, nachhaltige Antwort auf den Klimawandel finden, werden wir unsere Welt bewahren können. Hier gute Lösungen zu finden, ist eine wichtige Aufgabe, der sich das Biosphärenreservat Bliesgau mit großem Engagement widmet.“

 

Hintergrund:
Das Programm, „Mensch und die Biosphäre“ (MAB) der UNESCO ist ein zwischenstaatliches wissenschaftliches Programm das zum Ziel hat, eine wissenschaftliche Basis zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Menschen und ihrer Umwelt zu etablieren. Das weltweite Netzwerk der Biosphärenreservate (WNBR) stellt das wichtigste Werkzeug für die Durchführung des MAB dar. Das WNBR umfasst 669 Standorte in 120 Ländern als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung.

In Übereinstimmung mit der MAB Strategie 2015 - 2025 und dem verbundenen „Lima Aktionsplan“ richtet das MAB seine Unterstützung auf Mitgliedsstaaten und Stakeholder bei dem Erhalt der biologischen Vielfalt, der Wiederherstellung und der Verbesserung von Ökosystemleistungen, der Förderung der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen aus, und unterstützt die Abschwächung des und die Anpassung an den Klimawandel. Daran anschließend sieht die MAB Strategie die folgenden, erwarteten Ergebnisse (4.3) vor: Mitgliedsstaaten und andere Entscheidungsträger anerkennen und fördern Biosphärenreservate als vorrangige Standorte bei der Entwicklung und der Durchführung von Strategien der Klimawandelabschwächung und –anpassung, insbesondere durch: (1) Energieeffizienz und die Entwicklung und Anpassung erneuerbarer und sauberer Energie, inklusive der Energieeinsparung durch verantwortlichen Verbrauch und (2) strebt die damit verbundene Kohlenstoffbindung und REDD+ (Redu-cing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) an.
Die Bedeutung erneuerbarer Energien im Kontext des MAB und seines WNBR ist auch fest in der „Dresdener Erklärung zu Biosphärenreservaten und Klimawandel 2011“ verankert.