1. Biosphärengipfel ein voller Erfolg

Der 1. Biosphärengipfel, organisiert vom Biosphärenzweckverband Bliesgau, in der Würzbachhalle in Niederwürzbach war ein voller Erfolg.

Zeitweise war die große Halle mit über 150 interessierten Personen gefüllt. Zum Gipfeltreffen gab es nicht nur interessante Grußworte und Kurzvorträge, sondern auch tiefgehende Diskussionsrunden an sogenannten „Tischgesprächen“. Dort hatten verschiedene Institutionen oder Interessengruppen Themen vorbereitet und anschließend den Teilnehmern zu Diskussion gestellt. Die Themen reichten vom Klimaschutz über LEADER Projekte, die Beratungsstelle „Rund ums Dorf“, das Projekt mobi-Saar bis hin zu Kulturprojekten, dem Projekt „Junge Biosphäre“ und zur Situation der Landwirtschaft im Biosphärenreservat Bliesgau.

Wie Verbandsvorsteher Dr. Theophil Gallo bereits bei seiner Begrüßung formulierte, wollte der von ihm auch initiierte erste Biosphärengipfel über die aktuellen Aktivitäten des Biosphärenzweckverbandes und der Partner und der Akteure in der Region umfassend und aus erster Hand informieren. Der Biosphärengipfel zeigte den Gästen einen breit gefächerten Markt der Möglichkeiten. Dabei zeichnete sich deutlich ein ganz lebendiges Bild der Biosphäre Bliesgau ab, die inzwischen von vielen Menschen, Akteuren und Partnerbetrieben des Biosphärenreservates gestaltet wird. Die bildreich und mit viel Liebe gestaltete Würzbachhalle beeindruckte und verdeutlichte, dass der Biosphären- und Nachhaltigkeitsgedanke bereits tief in der Region und in den Menschen verankert ist.

Gleichzeitig wollten die beiden Geschäftsführer des Biosphärenzweckverbandes, Holger Zeck und Dr. Gerhard Mörsch, den Blick der Gipfelteilnehmer auch auf das Weltnetz der Biosphärenreservate richten, zu dem seit 2009 auch der Bliesgau gehört. Dr. Lutz Möller, der stellvertretende Generalsekretär der UNESCO Kommission Deutschland, übernahm diesen Auftaktvortrag und vermittelte den gespannten Zuhörern die Ideen und Ziele des UNESCO Programms „Mensch und Biosphäre“ und erläuterte die Rolle und die Funktion des Biosphärenreservates Bliesgau in der Weltliga der Biosphärenreservate. Man nehme den Bliesgau bei der UNESCO sehr wohl und sehr deutlich wahr.  Das sei dem außerordentlichen Engagement des Biosphärenreservates geschuldet. Persönlich zeigte er sich begeistert von der großen und aktiven Beteiligung der Menschen bei ihrem ersten Biosphärengipfel. Die passende Stimmung zu seinem Vortrag und einen Hauch von Brasilien brachte die Samba-Gruppe der Gemeinschaftsschule Rohrbach in die Würzbachhalle und erleichterte den Blick auf das Weltnetz der Biosphärenreservate mit zwei rhythmischen Trommeleinlagen zu Beginn und zum Ende des Auftaktvortrages.

Bereits zu Beginn hatten sich neben Landrat Dr. Gallo auch die Bürgermeisterin, Annelie Faber-Wegener, und die Abteilungsleiterin im Umweltministerium, Helga May-Didion, deutlich zum Biosphärenreservat und zum Bliesgau als Modellregion für nachhaltige Entwicklung bekannt. Sie seien stolz, im Biosphärenreservat Bliesgau leben und arbeiten zu dürfen und die Entwicklung weiter zum Wohle der Natur und der Menschen zu gestalten.

Neben den Informationsständen hatten auch die Erzeuger regionaler Biosphärenprodukte ihr Können und ihre Arbeit für nachhaltige Wertschöpfung in der Region in Form von köstlichen Speisen aus der Region gezeigt. Die Bandbreite und die Qualität der Produkte überraschten viele Besucher. Schon vor dem eigentlichen Beginn des Gipfels, aber auch in der Pause, konnten die Besucher probieren und genießen. Produzent und Produkt wirkten als Botschafter des Biosphärenreservates und zeigten kulinarisch die Vielfalt und Nachhaltigkeit des Bliesgaus.

Der Biosphärengipfel zeigte deutlich, dass die Menschen, die sich schon seit 15 Jahren für das Biosphärenreservat Bliesgau engagieren, schon viel erreicht haben. Es wurde aber auch aufgezeigt, dass noch viele Themen angegangen und Probleme gelöst werden müssen. Dies griff auch nochmals die Geschäftsführerin der Tourismus Zentrale Saarland, Birgit Grauvogel, in ihrem Abschlussvortrag auf. Sie berichtete von den vielen, bereits sichtbaren und messbaren Erfolgen der Tourismusregion „Biosphärenreservat Bliesgau“, die in Sachen Naturtourismus inzwischen zur „Speerspitze“ des saarländischen Tourismus avanciert ist. Deutlich auch die Verbesserungen bei Übernachtungen, Partnerbetrieben und Betrieben in der Gastronomie. Aber, so erläuterte die Expertin, müsse sich die Region mit Qualität und fester Zielrichtung weiter als Marke profilieren und Kapazitäten aufbauen.

Wolfgang Henn, Saarpfalz-Touristik, und Doris Gaa, Wirtschaftsförderungsgesellschaft Saarpfalz, hatten zuvor bereits touristische und arbeitsmarktpolitische Themen vorgestellt, die aktuell im Biosphärenreservat umgesetzt werden. Die Kampagne „Hände hoch fürs Handwerk“ soll unter anderem auf die Leistungen der Handwerksbetriebe hinweisen, Interesse bei Bauherren, Kunden aber auch Schülern wecken, die auf Lehrstellensuche sind. „Nur eine Region, die auch Arbeit im Handwerk bietet, kann für junge Menschen interessant bleiben“, sagte der Verbandsvorsteher Theophil Gallo, der damit einer negativen demografischen Entwicklung entgegenwirken will.

An den in der Halle aufgebauten „Marktständen“ ging es nicht nur um Streuobstwiesen, Artenschutz, regionale Produkte und Tourismus. Auch Dorfentwicklung, Landwirtschaft, Bürgerprojekte, Kreisentwicklung, Klimaschutz, LEADER Förderung, Junge Biosphäre, sowie Kulturprojekte und Kulturorte standen im Mittelpunkt des langen Biosphären- Nachmittags. Der Biosphärenzweckverband hatte etlichen wichtigen Akteuren eine Plattform geboten,  ihre Ideen zu präsentieren und zu diskutieren. Biosphärenverein, Bliesgau Obst e.V. und Bliesgau Genuss e.V. gehörten unter anderem ebenso zu den Aktiven wie der NABU Saar, das Umweltzentrum der Handwerkskammer, die Naturwacht Saar, der Kreisbauernverband und der Landesjugendring. Die Idee der Nachhaltigkeit sollte weitere Nachahmer finden. Wer wollte, nutzte auch den Kontakt zu Verantwortlichen aus der Kommunalpolitik. Diese wiederum nutzten den Kontakt zu Vereinen, Verbänden, Firmen, Produzenten und Akteuren in der Region, die sich im Biosphärenreservat bereits aktiv engagieren. Viele fanden Ideen und Anknüpfungspunkte für ihre eigenen Projekte und Vorhaben. Der erste Biosphärengipfel hat die Ziele Kommunikation und Partizipation  vollumfänglich erreicht, der Verbandsvorsteher erklärte abschließend, dass es regelmäßig solche Treffen geben wird.

Pressemeldung vom 11. Mai 2017