Pressemeldung des Natur- und Vogelschutzvereins Bliesmengen-Bolchen

Schwalben bekommen ein XXL-Vogelhaus

Der Bestand der Mehlschwalbe, die zu den bekanntesten heimischen Vogelarten zählt, ist schon seit Jahren rückläufig. Auch auf dem Land sind immer weniger Schwalbennester unter den Dachvorsprüngen der Häuser zu sehen. Dies hat mehrere Gründe: Bei Hausrenovierungen werden die Nester oft illegal entfernt, auf den neuen Kunststoffputzen halten sie eher schlecht. Zudem werden die Sommer immer trockener, die meisten Feldwege sind asphaltiert oder geschottert, so dass die Schwalben kaum noch feuchten Lehm finden um selbst ihre Nester bauen zu können.

Schwalben
Mitglieder des Vereins mit Bürgermeister Tussing nach der Aufstellung des Schwalbenhauses (Bildautor: Natur- und Vogelschutzverein Bliesmengen-Bolchen)

Um die Mehlschwalben hier zu halten und ihre Vermehrung zu unterstützen hat der Natur- und Vogelschutzverein Bliesmengen-Bolchen e.V. in den vergangenen Monaten ein Schwalbenhaus mit 36 Nisthilfen selbst konstruiert und nun in der Grünanlage in Bliesmengen-Bolchen installiert.Dabei wurde aber auch an die Fledermäuse gedacht, im Inneren des Schwalbenhauses sind drei große Fledermauskästen integriert, die man von unten anfliegen kann. Die Suche nach einem geeigneten Standort erwies sich als schwierig, eine Mithilfe von Behörden blieb aus. Ortsvorsteher Hans Bernhard Faas machte sich schließlich bei der Gemeinde Mandelbachtal stark für den jetzigen Standort, welchem der Ortsrat dann auch einstimmig zugestimmt hatte. Die Konstruktionsplanung und Anfertigung des Schwalbenhauses wurde vollständig von Vereinsmitgliedern übernommen und ausgeführt. Zum Glück verfügt unser Verein über zahlreiche Handwerker wie Schlosser, Schreiner, Dachdecker, Maler, Maurer, so dass der gesamte Bedarf an allen Qualifikationen abgedeckt werden konnte. Insgesamt fielen ca. 500 Arbeitsstunden an, eine enorme Leistung, wenn man bedenkt, dass das eigentliche Tagesgeschäft wie der Bau- und Betreuung der Nistkästen und sonstige Aktivitäten und Projekte noch nebenbei mitgelaufen sind. Aufgrund der doch enormen Materialkosten von mehreren Tausend Euro erfolgte die Finanzierung über Sponsoren. Das gesamte verbaute Material wurde gespendet: Sei es der eigentliche Mast, die Unterkonstruktion, das Verzinken, der Putz, wetterfeste Holzplatten, Dacheindeckung, Fundamentbeton, Schrauben und vieles mehr. Unser Dank ergeht hier an alle Sponsoren, Helfer und Unterstützer.

Ein Dankeschön ergeht zudem an alle angrenzenden Nachbarn, für die Beeinträchtigungen während der „Bauarbeiten“.In Planung sind nun noch eine Informationstafel und eine kleine Einweihungsfeier.
Jetzt kann man nur hoffen, dass die Schwalben den Weg zu den Nestern finden werden, dafür gibt es leider keine Garantie. Im Rahmen dieses Projektes konnten wir darüber hinaus noch einige selbstgefertigte Doppelnester für Mehlschwalben kostenlos an bereitwillige Hauseigentümer abgeben.
Aber auch für Rauchschwalben wurden mehrere Nester vermittelt, da wir auch hier die Rückmeldung bekamen, dass die natürlichen Nester oft nicht richtig halten, und abgefallen sind.